Der Tsunami traf zwei Drittel der Küste von Sri Lanka. Mindestens 30.000 Menschen, darunter viele Kinder, starben in den Flutwellen, mehr als 500.000 Einwohner wurden obdachlos. Die gewaltigen Wasserwände vernichteten oder beschädigten 80 Prozent der Fischerboote, so dass eine Million Menschen, die traditionell vom Fischfang abhängig sind, ihre Lebensgrundlage verloren. Viele Gemeinden, die das Seebeben extrem hart traf, zählten schon vorher zu den ärmsten und schwächsten.
Bereits in den ersten Stunden nach der Katastrophe wandten sich zahlreiche Überlebende an CARE, deren Arbeit in Sri Lanka seit 1956 bekannt und geschätzt ist. Kurz nach dem Tsunami konnten wir deshalb schon Lebensmittel und elementare Hilfsgüter an 32.000 Familien verteilen, knapp 120.000 Not Leidende wurden mit lebensrettendem Trinkwasser und sanitären Anlagen versorgt.
Seither unterstützt CARE in den Bezirken Ampara, Batticaloa, Galle, Jaffna, Hambantota, Mullaitivu und Trincomalee etwa 160.000 Not Leidende dabei, sich neue Lebensgrundlagen zu schaffen. Mit neuen Ausrüstungen, Geräten und Cash-for-Work-Programmen ermöglichte CARE fast 10.000 Menschen, ihre Arbeit als Fischer, Bauern und Kleinhändler wieder aufzunehmen. In Hambantota bat die Regierung Sri Lankas CARE, einen für die Region wichtigen Markt wieder aufzubauen und mit den Händlern verbesserte Verkaufsstrukturen zu entwickeln.
Gemeinsam bauten CARE und seine Projektpartner bereits über 1.500 provisorische Häuser mit Anschluss an Wasser- und Sanitärsysteme, in die die betroffenen Familien schon einen Monat nach dem Tsunami aus den Sammellagern umziehen konnten. Diese „transitional shelters“ bieten zumindest für eine Übergangsphase von bis zu zwei Jahren wieder ein festes Dach über dem Kopf. Unsere langfristigen Wiederaufbaupläne sehen die Konstruktion tausender permanenter Häuser vor. Etwa 350 Heime befinden sich bereits im Bau, rund 3.000 Grundstücke wurden bereits bei den Behörden registriert.
Wie in allen Projektländern der Krisenregion stellt CARE auch in Sri Lanka sicher, dass Dorfgemeinschaften, ausgegrenzte Gruppen und Minderheiten intensiv in Planung und Durchführung des mehrjährigen Wiederaufbauprozesses einbezogen werden. Denn auch am Indischen Ozean gilt das Motto der internationalen Organisation: „CARE builds communities – not just houses“.
Neben der Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung, Kochgeschirr und Moskitonetzen hat CARE Deutschland-Luxemburg in den Notunterkünften für sauberes Trinkwasser mit Hilfe von Tankwagen, Brunnenreinigung und Brunnenbau gesorgt und die Unterkünfte mit sanitären Einrichtungen, wie beispielsweise Latrinen, Toiletten und Dusch- bzw. Waschgelegenheiten ausgestattet. Weiterhin hat CARE Übergangshäuser in Jaffna und Mullaitivu errichtet. Ziel der Arbeit in den kommenden Monaten ist es nun, den Menschen ein festes Zuhause zu geben. Dafür stellt CARE sicher, dass die neuen Häuser auf solidem und legalem Baugrund stehen und hat Maschinen gekauft, die Ziegelsteine produzieren. Der Wiederaufbau findet somit weitgehend unabhängig von Lieferanten und steigenden Preisen für Baumaterial statt.
Zusammen mit dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) hilft CARE Menschen, die seit dem Tsunami mit einer körperlichen Behinderung leben: Auf Sportseminaren lernen sie den Umgang mit Rollstühlen und Prothesen. Professionelle Athleten des Behindertensports geben ihnen dabei neuen Lebensmut – denn die Erfahrung, trotz der Behinderung Ziele zu erreichen, schafft Motivation für Perspektiven nach der Katastrophe.

Axel Rottländer, Projektreferent von CARE Deutschland-Luxemburg für Nothilfe und Wiederaufbau in Asien, hielt sich in Sri Lanka auf. Er berichtete regelmäßig aus den Projektgebieten.
Blog aus Sri Lanka
Spenden Sie direkt online.
Stichwort: Wiederaufbau Südasien
Ein Jahr nach dem Tsunami – erinnern, reflektieren, engagieren
Sri Lanka nach dem Tsunami: Blog eines Helfers
Sri Lanka: Fischen für den Neuanfang
Safe Water Systems: Einfache und effektive Wasseraufbereitung
Grundsätze unserer Arbeit nach dem Tsunami
Spenden Sie online