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Tsunami: 169.000 Tote in der Provinz Aceh

Per Boot erreichte Hilfe auch abgelegene Gebiete. Foto: ADH/Stefan Trappe

Die Küste Indonesiens lag dem Epizentrum des Seebebens am nächsten. Von den mehr als 230.000 Toten und Vermissten der Katastrophenregion entfielen allein 169.000 auf die indonesische Provinz Aceh. Die Flutwellen machten dort ganze Städte und Küstenorte sowie einen Großteil der Infrastruktur dem Erdboden gleich. Die Transportbedingungen waren anfangs so schwierig, dass CARE-Helfer Hilfsgüter sogar auf ihren Rücken durch überflutetes Gelände tragen mussten, um Not Leidende zu erreichen, die von jeder Hilfe abgeschnitten waren.

Seit 1967 in Indonesien aktiv, unterstützt CARE seit dem Tsunami gut 350.000 Überlebende in Banda Aceh, Aceh Besar und auf den Inseln Simeulue und Nias. CARE verteilte mehr als eine Million „Safe Water Systems“ mit einer Lösung zur Desinfektion von Wasser. Hunderttausende Indonesier konnten sich so vor Infektionen und lebensbedrohlichen Krankheiten schützen. Darüber hinaus gaben CARE-Helfer fast 700.000 Monatsrationen Lebensmittel aus; nach wie vor werden etwa 100.000 Menschen mit Nahrung versorgt.

„Beudoh“ heißt Wiederherstellung auf acehnesisch. Der Name steht bei CARE für den langfristig angelegten Wiederaufbau in der Region. Ob bei der Konstruktion von Häusern, beim Aufbau von Arbeitsplätzen oder bei Trainingsseminaren zur Katastrophenvorbeugung – die aktive Teilnahme der betroffenen Einwohner ist bei allen Aktivitäten von zentraler Bedeutung.

Mitten im Chaos: sauberes Wasser und bezahlte Arbeit

Ein Mädchen mit frischem Trinkwasser, das CARE gerade in Banda Aceh verteilt hat. Foto: CARE/Josh Estey

Durch Säuberung, Reparatur und Bau von Brunnen, die Errichtung von Latrinen und die Verteilung von Trinkwasser verbesserte CARE die Lebensbedingungen von über 100.000 Einwohnern der Provinz Aceh und der Inseln Simuelue und Nias. Frauen und Männer aus 1.550 Haushalten nahmen an so genannten Cash-for-Work-Programmen teil: Sie halfen bei Aufräumarbeiten in ihren Dörfern und verdienten dadurch dringend benötigtes Einkommen, um die schwierigste Phase ihrer akuten Not zu überwinden. Mittel- und langfristig stellt CARE dauerhafte Arbeits- und Lebensgrundlagen wieder her, etwa durch die Finanzierung neuer Fischerboote oder die Ausgabe von Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten.

CARE-Pakete für Simeulue

Auf der Insel Simeulue, die im März 2005 von einem zweiten schweren Erdbeben getroffen wurde, übernahm CARE die Führungsrolle bei der Verteilung von Hilfsgütern. Unter anderem versorgten wir 79.000 Not Leidende – die gesamte Inselbevölkerung – mit Grundnahrungsmitteln. Diese Maßnahmen wurden von Mai bis September für 55.000 Menschen fortgesetzt. Auch jetzt noch erhalten viele, die Heime und Existenzgrundlagen verloren haben, Lebensmittelpakete mit Reis, hoch konzentrierten Proteinriegeln, Nudeln, Dosenfisch und Speiseöl.

Im Bezirkskrankenhaus von Simeulue richtete CARE ein therapeutisches Ernährungszentrum ein, das die Intensivbetreuung schwer unterernährter Kinder im Alter bis zu fünf Jahren übernommen hat. In zahlreichen Dörfern auf der Insel und auch auf dem Festland wurden weitere Gesundheitsprojekte ins Leben gerufen: mobile Kliniken, Hospitäler, kommunale Ernährungszentren sowie Beratungsdienste für Fragen der Geburtshilfe und Familienplanung.

Neue Häuser, neue Hoffnung

Im Dorf Latiung auf Simeulue entsteht ein neues Haus. Foto: CARE/Claire Stout

Als Teil des umfassenden Wiederaufbauprogrammes für 3.000 Haushalte auf Simeulue unterstützt CARE zurzeit die Konstruktion sicherer und erdbebenresistenter Häuser für arme Familien. Im Dorf Latiung etwa wurden 20 Schreiner ausgebildet, die bereits an 40 von insgesamt 70 geplanten Heimen dieser zerstörten Gemeinde arbeiten, 15 davon sind fast fertig gestellt. In fünf weiteren Kommunen laufen die Planungen, Holz und anderes Baumaterial sind bereits eingekauft. Auch auf dem Festland hat CARE den Wiederaufbau tausender Häuser gestartet. Insgesamt plant CARE den Aufbau von 8000 Häusern in Indonesien.

Wie engagiert sich CARE International Deutschland?

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CARE International Deutschland hat sich in Indonesien auf drei Schwerpunkte konzentriert: Die Verteilung von so genannten Gesundheitspaketen, den Bau von sanitären Anlagen in den Notunterkünften und die Hygiene- und Gesundheitsschulungen für Bewohner der Notlager in Banda Aceh und Aceh Besar. Diese Aktivitäten sind eng verzahnt mit der Hilfe in anderen Lebensbereichen, beispielsweise der gesunden Ernährung.

Die sanitären Anlagen, die kombiniert sowohl aus Dusch- und Waschgelegenheiten als auch Toiletten bestehen, sind an den Bedürfnissen der muslimischen Bevölkerung, wie zum Beispiel der strikten Geschlechtertrennung, ausgerichtet. CARE International Deutschland arbeitet eng mit dem CARE-Büro vor Ort zusammen – dadurch kennen die Mitarbeiter die Lage in den Unterkünften genau und können dementsprechend angepasste Hilfe leisten.

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Stchwort: Wiederaufbau Südasien

Projektbetreuung

Axel Rottländer
Projektreferent Nothilfe & Wiederaufbau Flut Südasien (Tsunami)

Tel. +49 (0)228 97563-47
Fax +49 (0)228 97563-51

 rottlaender[at]care.de
 

 Ein Jahr nach dem Tsunami – erinnern, reflektieren, engagieren

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