Schnellfinder Projekte

Grundsätze unserer Arbeit nach dem Tsunami

Mitarbeiter beim Verladen von CARE-Kisten.
Foto: CARE/Josh Estey

Es wird Jahre dauern, die Zerstörungen des Tsunamis in Südasien zu beseitigen. Hierfür mussten Entscheidungen getroffen werden, die die Richtung der Wiederaufbauhilfen in den kommenden Jahren wesentlich beeinflussen. Die internationale Gemeinschaft muss sich der Herausforderung stellen, Antworten zu finden, die höchsten Ansprüchen an Professionalität und Menschlichkeit genügen.

 

In der folgenden Erklärung formuliert CARE International sechs Grundsätze. Sie sollen helfen sicherzustellen, dass wir alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten: das Beste zu geben, was wir als globale Gemeinschaft bieten können. Unsere Bemühungen könnten als Zukunftsmodell dafür dienen, wie wir alle gemeinsam an der Lösung globaler Probleme arbeiten und ein Vermächtnis friedlicherer, wohlhabenderer Nationen schaffen können.

 

1. Versprechen halten

Das Ausmaß finanzieller Verpflichtungen durch die internationale Gemeinschaft ist beispiellos. Jetzt müssen die Geldgeber ihre Zusagen einhalten – und der weltweite Fluss von Mitteln muss sich in einer gut koordinierten Hilfsanstrengung unter Leitung der Vereinten Nationen niederschlagen. Wertvolle Leben wurden vernichtet, und hart erkämpfte Entwicklungsfortschritte wurden in Minuten ausgelöscht, aber es wird Jahre brauchen, um Lebensgrundlagen wieder aufzubauen und Wirtschaften wiederzubeleben. Lange nachdem die Kameras abgezogen sind, müssen die Aufmerksamkeit, das Engagement und die finanzielle Unterstützung bleiben – bis die Aufgabe des Wiederaufbaus und der Vorbereitung lokaler Gemeinschaften auf künftige Naturkatastrophen erfüllt ist.

2. Breiteres Engagement und Wandel beschleunigen

In weiten Teilen der Welt sterben innerhalb weniger Monate so viele Menschen wie durch den Tsunami – nicht nur durch Naturkatastrophen, sondern auch durch anhaltende Armut und Konflikte. Diese Verluste an Leben sind nicht weniger wichtig, und der eindrucksvolle Umfang der Gelder für die Fluthilfe darf dort keine Mittel abziehen, wo Engagement ebenfalls dringend benötigt wird und der Hilfsbedarf nicht weniger groß ist. Wir müssen vielmehr versuchen, öffentliche Aufmerksamkeit und Großzügigkeit zu wecken, um ein breiteres Verständnis für den Einfluss extremer Armut auf die Gefährdung von Menschen zu entwickeln. Wir bauen außerdem auf den Willen, grundlegende Veränderungen – wie fairen Handel und gute Regierungsführung – zu beschleunigen, um dauerhafte Lösungen im Kampf gegen Armut und Benachteiligung zu ermöglichen.

3. Die besten internationalen Standards anwenden

Humanitäre Organisationen haben sich gemeinsam dazu verpflichtet, spezifische Standards in der praktischen Arbeit einzuhalten (einschließlich der so genannten SPHERE- Mindeststandards für humanitäre Hilfe). Alle Hilfsorganisationen und Zuwendungsgeber sollten sich an diese Standards halten, um größtmögliche Qualität und Verlässlichkeit ihrer Arbeit sicherzustellen. Wer Hilfsmaßnahmen durchführt, ist sowohl den Geldgebern als auch den Menschen gegenüber verantwortlich, die vom Tsunami betroffen sind. Wir müssen uns dazu verpflichten, unsere Hilfsanstrengungen transparent voran zu bringen und dabei Informationen über die anvertrauten Gelder, die eingesetzten Mittel und die Wirksamkeit unserer Programme offen zu legen.

4. Die Menschen vor Ort respektieren und lokale Kapazitäten stärken

Die Antwort der internationalen Gemeinschaft muss mit den Strategien der Regierungen im Krisengebiet übereinstimmen und das volle Engagement einheimischer Zivilgesellschaften fördern. Der größte Beitrag zum Wiederaufbau wird aus harter Arbeit, Einfallsreichtum und Fähigkeiten der Bürger in den betroffenen Ländern resultieren. Die internationale Hilfe muss dazu dienen, lokale Kapazitäten zu stärken statt sie unabsichtlich zu ersetzen oder zu ersticken. Humanitäre Unterstützung sollte betroffene Gemeinden respektieren und stets darauf ausgerichtet sein, ihre Würde zu wahren.

5. Wege zum Frieden bauen

In Ländern, in denen Konflikte noch schwelen – wie Indonesien und Sri Lanka – müssen Projekte der Nothilfe und des Wiederaufbaus so geplant werden, dass sie Frieden, Versöhnung und gute Regierungsführung fördern. Die Tragödie am Indischen Ozean könnte unerwartete Möglichkeiten eröffnen, Menschen über Konfliktgrenzen hinweg zusammenzubringen. Die enorme Menge an Ressourcen, die in den Konfliktgebieten eingesetzt wird, birgt auch die Gefahr, dass Spannungen sich verschärfen, weil gegnerische Gruppen versuchen, Kontrolle über die Hilfe zu erlangen.

6. Gefährdete Gruppen schützen

Die schlimmsten Verwüstungen richtete der Tsunami in besonders gefährdeten Gemeinden und Bevölkerungsgruppen an. Hilfsprogramme sollten deshalb besonderes Augenmerk darauf richten, die Rechte und das Wohlergehen etwa von Kindern, Frauen, Fischern, Migranten und ethnischen Minderheiten zu schützen und zu stärken. Das Seebeben vom 26. Dezember 2004 hat Chancen eröffnet, Partnerschaften neu aufzubauen und für Rechte einzutreten – Wiederaufbauhilfen können das meiste daraus machen.

Ein Jahr nach dem Tsunami – erinnern, reflektieren, engagieren

Die Arbeit von CARE in Zahlen

Aktion Deutschland Hilft: Schnelle und koordinierte Nothilfe

Safe Water Systems: Einfache und effektive Wasseraufbereitung

Zurück zum Projekt "Soforthilfe und Microkredite"

Zurück zum Projekt-Archiv

Spenden Sie online

Nach oben

 
Ihre Spende kommt an.
Jetzt spenden

CARE eNews abonnieren:

Abschicken!
 
Share |

 

© Copyright 2009 CARE Deutschland-Luxemburg e.V.