Land/Region: Sambia/Zentral-, Ost- und Südprovinz, Copperbelt, Luapula, Lusaka
Projektbezeichnung: Aufklärung, Behandlung und Unterstützung von 900.000 Menschen, die von AIDS, Tuberkulose und Malaria betroffen sind
Lokaler Partner: ZAMBART, National Malaria Council (NMC), National AIDS Council, National TB Program
Finanzierung: Europäische Union, Global Fund, National TB Program
Laufzeit: 11/2006 - 10/2011
„Welcome to the Real Africa“. So rührt die Tourismusbehörde in Sambia die Werbetrommel. „Real Africa“ - das sind in der Sprache der Touristen die vielen Nationalparks Sambias, das Tal des Sambesi und die Viktoriafälle. Doch für die meisten der zehn Millionen Einwohner des südafrikanischen Staates bedeutet das echte Afrika vor allem eines: extreme Armut. Denn Sambia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 86 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze mit weniger als einem Euro pro Tag.
Wie auch in anderen Ländern des südlichen Afrikas haben sich in Sambia die Ernährungssituation und die Lebensumstände für die Mehrheit der Haushalte in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Einer der Gründe dafür ist die anhaltende Ausbreitung von HIV und AIDS. Fast jede Familie in Sambia ist davon betroffen. 17 Prozent aller Erwachsenen im Alter von 15 bis 49 Jahre haben sich mit dem HI-Virus infiziert. Im Jahr 2006 starben etwa 120.000 Bewohner des Landes an den Folgen der Immunschwäche.
Doch AIDS ist längst nicht mehr allein verantwortlich für die geringe Lebenserwartung der sambischen Bevölkerung. Die Tuberkulose ist mittlerweile die Hauptsekundärerkrankung von AIDS-Patienten. Und ihre häufigste Todesursache. Infiziert sich ein durch HIV geschwächter Körper mit Tuberkulose, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Mensch innerhalb weniger Monate stirbt. Aber auch Malaria, an der in Sambia jährlich 50.000 Menschen sterben, verschlimmert den Zustand AIDS-kranker Menschen erheblich. Besonders anfällig für den Malaria-Erreger sind schwangere HIV-infizierte Frauen. Hat eine Mutter den Malariaparasiten im Blut, steigt zudem die Gefahr, dass sich der HI-Virus auf ihr ungeborenes Kind überträgt.
Wie hilft CARE?
CARE ist seit 1992 in Sambia aktiv. Ausgangspunkt der Aktivitäten waren eine extreme Dürre und die daraus resultierende Massenverarmung der Bevölkerung zu Beginn der 1990er. Heute leistet CARE Nothilfe und sichert die ländliche Existenzgrundlage. Einen weiteren Projektschwerpunkt CAREs in Sambia bilden Gesundheits- und HIV/AIDS-Programme. Zum Beispiel das Projekt STAMPP.
Aufgrund der unzureichenden Infrastruktur in Sambia ist eine flächendeckende Vorsorge und Aufklärungsarbeit eine Herausforderung. Weil die wenigsten Menschen zu Vorsorgeuntersuchungen in die weit entfernten Krankenhäuser kommen, kommt CARE zu ihnen. Mit mobilen Beratungsbüros fahren CARE-Mitarbeiter täglich in die Vorstädte und Dörfer. Dort klären sie die Menschen über Infektionswege und Auswirkungen von Tuberkulose und HIV auf und geben Tipps, wie das durch HIV geschwächte Immunsystem mit einer besseren Ernährung oder regelmäßigen Sportübungen gestärkt werden kann. Darüber hinaus bietet CARE AIDS-Tests sowie eine psychologische Betreuung für die Betroffenen an.
Gesundheitszentren ermöglichen intensive Versorgung
Die Lebenserwartung von AIDS-Patienten kann mit so genannten Anti-Retroviralen Medikamenten (ART) verlängert werden. Diese sind in Sambia zwar kostenlos zu erhalten, jedoch fehlt es an Tuberkulose-Medikamenten und an Moskitonetzen. CARE baut deshalb zusammen mit einer lokalen Organisation mehrere Tuberkulose-Zentren auf, die Beratung und freiwillige Tests anbieten. Dort erhalten die Infizierten auch Medikamente und Informationen, wie sie mit Stigmatisierung umgehen können. Um die Ausbreitung von Malaria einzuschränken, verteilt CARE mit Moskitospray imprägnierte Netze.
Workshops räumen Gerüchte und Aberglaube aus
Die dritte wichtige Komponente der CARE-Projektaktivitäten ist die Verminderung der Stigmatisierung, der die von AIDS und Tuberkulose betroffenen Menschen täglich ausgesetzt sind. Viele Einwohner Sambias glauben, dass HIV sich bereits durch einen Händedruck oder im Gespräch mit einem Infizierten überträgt. AIDS-Kranke und ihre Familien werden deshalb massiv diskriminiert, häufig ist für sie der Ausschluss aus der Gesellschaft schlimmer als die Krankheit selbst. Um Gerüchte und Aberglaube über AIDS zu widerlegen, führen CARE-Mitarbeiter Workshops für Familien, Dorfgemeinschaften und lokale Behörden durch. Die Teilnehmer lernen, dass HIV-Infizierte ein langes Leben führen können und es unmöglich ist, sich durch einen Händedruck zu infizieren.

Dejan von Roman
vonroman[at]care.de
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