Republik Tywa: Im Einsatz gegen Tuberkulose und Benachteiligung Behinderter

Menschen in einem Saal.
Weiterbildung im Kampf gegen die Tuberkulose (Aufnahme vom Juni 2004 in Kysyl). Foto: CARE/Jürgen Bartels

Armut hat viele Gesichter. Eines heißt Tuberkulose: In der gesamten Russischen Föderation breitet sich die Tuberkulose (Tbc) rasant aus. Immer mehr Menschen sterben an der – heilbaren – Krankheit. Ursachen hierfür sind die ohnehin geschwächten Widerstandskräfte armer Bevölkerungsgruppen, leere Staatskassen und der Zusammenbruch der medizinischen Versorgung in der ehemaligen Sowjetunion.

Tuberkulose: Eine alte Krankheit wieder auf dem Vormarsch

In den vergangenen Jahren weitete CARE Deutschland-Luxemburg seine Hilfe in Russland deshalb auf Projekte zur Bekämpfung der Tuberkulose aus. In der ostsibirischen Republik Tywa – an der Grenze zur Mongolei, 400 Kilometer entfernt von der nächsten Eisenbahnstation und bei Temperaturen bis zu minus 50 Grad – hat die tödliche Lungenkrankheit das Ausmaß einer Epidemie angenommen, unter der vor allem die Kinder extrem armer Familien leiden. Rund ein Drittel aller Bewohner Tywas sind unter 12 Jahren alt. Und den meisten fehlt es an allem: an Nahrungsmitteln, warmer Kleidung, Heizmaterial und angemessener medizinischer Betreuung.

Hilfe für das Kinderkrankenhaus Kysyl

CARE stattete das Tbc-Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Kysyl mit dringend benötigten medizinischen Geräten wie Sauerstoff-, Atem- und Inhalationsgeräten, aber auch mit Betten, Decken, Waschmaschinen, Sport und Spielsets sowie anderen Einrichtungsgegenständen aus. Damit haben sich die Behandlungsbedingungen für die kleinen Patienten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter wesentlich verbessert.

Forscher bei der Arbeit im Labor.
Foto: CARE/Jürgen Bartels

Eine Kooperation mit CARE Frankreich und den Firmen Sanofi/Aventis macht es CARE Deutschland-Luxemburg möglich, auch im Jahr 2005 die Ausstattung des zentralen Labors des Tbc-Krankenhauses in Kysyl weiter zu verbessern. Bereits 2004 konnte die im Bild gezeigte Sicherheitswerkbank übergeben werden.

In diesem Jahr gilt der Schwerpunkt neuem medizinischem Mobiliar und einem modernen Luminiszenz-Mikroskop im Gesamtwert von rund 14.200 Euro - nach Einschätzung des Chefarztes eine wichtige Investition, die viele Leben retten kann.

Mit Schulmaterialien halfen CARE und seine Partner den Kindern, auf dem schweren Weg der Heilung ein wichtiges Stück Alltag zu bewahren – und ihre Chance auf eine hoffnungsvollere Zukunft auszubauen.

Fortbildung und internationale Kooperation

Durch Fortbildungsveranstaltungen für tuwinische Ärzte und die enge Zusammenarbeit mit der Regierung in Tywa sowie mit Fachärzten der Lungenklinik Berlin-Heckeshorn will CARE auch künftig einen Beitrag zur Eindämmung der Tuberkulose-Epidemie in Russland leisten. Alle Maßnahmen werden unter Berücksichtigung der Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt.

Ebenfalls in der Republik Tywa hat CARE Deutschland-Luxemburg Projekte zur Förderung sehschwacher Kinder und Gehörloser, die durch fehlende Schul- und Berufsbildungsangebote stark benachteiligt sind, erfolgreich abgeschlossen. Im Juni 2005 endet die von CARE geförderte Ausbildung von zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen.

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