Aufbau onkologischer Zentren in Russland und Kasachstan

Ein Kind wird einer Klink behandelt.
Foto: CARE

Das Ende der Sowjetunion offenbarte den katastrophalen Zustand ihres Gesundheitswesens. Unhygienische, hoffnungslos überfüllte Krankenzimmer und das niedrige technische Niveau in veralteten Operationssälen machten lebensrettende Behandlungen und Operationen oft undurchführbar. In vielen Fällen hatten Ärzte keinen Zugang zu modernen Behandlungsstandards. Weil neun von zehn krebskranken Kindern damals starben, richtete CARE Deutschland-Luxemburg zwölf onkologische Zentren in Russland und Kasachstan ein.

Sechsfach höhere Heilungsraten

Eine 13. Klinik entstand auf Initiative des WDR-Intendanten Fritz Pleitgen. Zuschauer des Westdeutschen Rundfunks, Leser der „Rheinischen Post“ und CARE-Spender sammelten für den Neubau in Perm am Ural nochmals fast vier Millionen Mark (2 Millionen Euro). Seit der Einweihung 1996 gilt die Einrichtung in Fachkreisen als modernste ihrer Art in Russland. In Nowosibirsk sowie in Sewerodwinsk eröffneten einheimische Elterninitiativen mit Hilfe von CARE International Deutschland in den Jahren 2001 und 2003 Rehabilitationszentren für krebskranke Kinder.

Für ihren "bedeutenden Beitrag bei der Umsetzung sozialer Programme für krebskranke Kinder der Stadt Sewerodwinsk" zeichnete der Oberbürgermeister A. N. Beljajew am 18. Januar 2005 Felicitas Wanzke und Jürgen Bartels, ehrenamtliche Mitarbeiter von CARE Deutschland-Luxemburg, mit einem Dankbrief der Administration aus.

Seit 1992 haben mehr als 38 Millionen DM (19,4 Millionen Euro) aus privaten Spendenmitteln Früchte getragen: Heute überwinden mehr als 60 Prozent der an Krebs leidenden Jungen und Mädchen ihre tödliche Krankheit.

Behandlung nach westlichen Standards

 Voraussetzung war die regelmäßige Versorgung der Kliniken und der ihnen angeschlossenen Blutbanken mit dringend benötigten Medikamenten, Verbrauchsgütern und Geräten. CARE unterstützte die Zentren über viele Jahre finanziell, beriet sie bei der Beschaffung von Medikamenten, half bei Wartung und Reparatur moderner Technik. Bis heute fördert CARE Fachseminare und Kongresse zur Fortbildung. Hunderte Ärzte und Krankenschwestern machten sich so mit fortschrittlichen Behandlungsmethoden vertraut.

Enge Bindung an Eltern und Partnerkliniken

Auch der Aufbau von Kontakten zwischen Referenzzentren in Russland und Partnerkliniken in Deutschland trägt wesentlich dazu bei, weitere Krankenhäuser in Russland und Kasachstan zu qualifizieren. Deutliche Verbesserungen bei der Behandlung krebskranker Kinder in Russland erwarten CARE und seine Partner durch die gemeinsame Förderung der lebenswichtigen Knochenmarktransplantation.

In Jekaterinburg, wo CARE bereits ein kinderonkologisches Zentrum eingerichtet und es mit Hilfsmaßnahmen im Wert von mehr als 3,5 Millionen DM (1,8 Millionen Euro) unterstützt hat, soll 2005 auch ein Zentrum zur Knochenmarktransplantation die Arbeit aufnehmen. Möglich machte dies vor allem Prof. Dr. Fritz Lampert. Der Arzt beriet CARE und die Kinderkrebszentren nicht nur viele Jahre bei der Planung und Durchführung medizinischer Programme. Gemeinsam mit einer Gruppe engagierter Radfahrer brachte Prof. Lampert durch Benefiz-Radtouren auch tausende Kilometer hinter sich - und Spenden in Höhe von rund 75.000 Euro zusammen.

Erfolgreich unterstützt CARE Deutschland-Luxemburg russische und kasachische Elterninitiativen dabei, Behörden und Politik für ihren Kampf gegen den Krebs zu gewinnen und öffentliches Bewusstsein für die lebensbedrohlichen Lücken im Gesundheitssystem zu schaffen. Die Förderung privatwirtschaftlicher Aktivitäten ermöglicht außerdem den Kauf zumindest einiger der dringend benötigten Medikamente.

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