Vor zweieinhalb Wochen verwüstete der Tropensturm „Durian“ die Südküste Vietnams. Über 100 Menschen haben ihr Leben verloren und mehr als 80.000 Häuser wurden teilweise erheblich zerstört. Noch immer sind tausende Menschen obdachlos. Am schlimmsten von der Katastrophe betroffen sind die in der Küstenregion lebenden Fischerfamilien. Seit ihre Boote in den Sturmfluten versunken sind, können sie nicht mehr zum Fischen auf das Meer fahren. Der Taifun hat ihre Existenzgrundlage zerstört. CARE stellt 15.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung und versorgt derzeit 745 hilfsbedürftige Fischerfamilien mit Trinkwasserbehältern, Kochtöpfen und Kochgeschirr, Pfannen und Wasserkesseln, damit sie Essen zubereiten und Trinkwasser aufbewahren können. Jede Familie erhält außerdem Plastikabdeckungen, um eine einfache Kochstelle zu errichten sowie Moskitonetze, um sich vor Insekten und Krankheiten zu schützen. Erst Ende Oktober hatte der Taifun „Xangsane“ in Zentralvietnam massive Zerstörungen im Vietnam angerichtet. Die Wiederaufbaumaßnahmen waren noch nicht abgeschlossen. Nach dem Tropensturm „Durian“ stehen tausende Familien nun wieder vor dem Nichts.
Mit einem ähnlichen Schicksal haben die Menschen auf den Philippinen zu kämpfen. Nach vier Taifunen in den letzten drei Monaten werden nach UN-Angaben über eine Milliarde US-Dollar benötigt, um die Dörfer und Farmen nach den massiven Zerstörungen wieder aufzubauen. Und die nächste Katastrophe steht schon vor der Tür: Warnmeldungen zufolge soll der Taifun „Trami“ die Philippinen noch in dieser Woche erreichen.
Bei den letzten beiden Taifunen „Durian“ und „Utor“ sind nach aktuellen Angaben 1850 Menschen getötet oder als vermisst gemeldet worden. CARE ist seit über zwei Wochen vor Ort und koordiniert die Hilfsmaßnahmen für die Überlebenden. Die Versorgung mit Hilfsgütern wird durch die Wetterlage aufgrund des herannahenden Taifuns „Trami“ erheblich erschwert. Nach aktuellen Angaben leben noch immer 120.000 Menschen in den Evakuierungslagern, nachdem ihre Häuser unbewohnbar geworden sind. Über 100.000 Menschen in der am schlimmsten betroffenen Provinz Albay benötigen dringend Nahrungsmittel. Zudem haben eine halbe Millionen Schüler auf den Philippinen seit über drei Wochen keinen Unterricht erhalten, weil ihre Schulen zerstört sind.