Gemeindeentwicklung im Andenhochland

Projektdaten

Landkarte von Peru.

Land/Region: Peru, Distrikt Coris im Departamento Huancavelica
Kurzbeschreibung:
Stärkung der kommunalen Strukturen durch partizipative Gemeinwesenentwicklung in zwölf Gemeinden
Lokale Partner:
Accíon Andina
Finanzierung:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, CARE Deutschland-Luxemburg
Laufzeit:
April 2007 bis März 2010

indigene Frauen in Peru
Frauen im Andenhochland verarbeiten Wolle (Foto: CARE)

Rund die Hälfte der Bevölkerung Perus sind Nachfahren der Inka und anderer indigener Völker. Ihre Bräuche und Traditionen prägen vor allem im Andenhochland das Bild. In diesem ländlichen Gebiet herrschen aber auch extreme Klimabedingungen, Arbeitslosigkeit und Hunger. Es gibt wenige Krankenhäuser oder medizinische Einrichtungen, Straßen und Schulen sind kaum vorhanden.

Viele Menschen verlassen ihre Dörfer und suchen in größeren Städten nach Arbeit. Dort aber wird die indigene Bevölkerung von den europäisch-stämmigen Peruanern nach wie vor diskriminiert und ausgegrenzt. Trotz dieser schwierigen Situation gehen viele peruanische Indianer inzwischen wieder stolz mit ihrem reichen kulturellen Erbe um und nutzen das Wissen ihrer Vorfahren, beispielsweise zum Schutz der Natur.

Wie hilft CARE?

Seit mehr als fünfzehn Jahren verfolgt CARE in Lateinamerika einen gemeindebasierten Entwicklungsansatz. Das bedeutet, dass die  Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung gefördert und sie ermutigt wird, sich stärker in der Gemeinde zu engagieren. Wichtigstes Ziel ist es, den ausgegrenzten Volksgruppen Gehör zu verschaffen. So können sie ein anerkannter, gleichberechtigter Teil der Gesellschaft werden.

In Peru unterstützt CARE zwölf Gemeinden im Andenhochland bei der Umsetzung von Projekten, die zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele beitragen. Initiativen in den Bereichen Wasserversorgung, Bildung, Gesundheit, Einkommen und Ernährung tragen dazu bei, das Leben der Bevölkerung zu verbessern. So baut CARE etwa zehn Gemeinschaftshäuser mit Handwerksräumen und zwei Primarschulen und stattet sie mit dem notwendigen Material aus. Dazu kommen zwei Gesundheitsstationen und zwei Trinkwassersysteme, Programme zur Reduzierung der Mangelernährung von Kindern und ein Ausbildungsprogramm für kommunale Führungspersönlichkeiten.

Die lokale Partnerorganisation Accíon Andina organisiert all diese Aktivitäten vor Ort. Sie stellt unter anderem Baumaterial und Personal zur Verfügung. Die Bevölkerung entscheidet über die Projekte und setzt sie dann eigenständig um. So wird die Demokratie auf kleiner Ebene gestärkt. Das Ergebnis: Eine selbstbestimmte Entwicklung der indigenen Gemeinden. Die Dorfgemeinschaften lernen, eigenständig Projekte durchzuführen und werden dadurch von der kommunalen Verwaltung als Partner ernst genommen. Dies ist ein wichtiger Schritt weg von der Ausgrenzung und hin in Richtung einer selbstbewussten Rolle für die peruanischen Indianer in der Gesellschaft.

Maxímo Beingolea Ochoa von Accíon Andina

Accion Andina erhielt am 10. Februar 2009 den Partnerschaftspreis von CARE Deutschland-Luxemburg. Damit wird die engagierte Arbeit der lokalen Hilfsorganisation gewürdigt, die der indigenen Bevölkerung Perus eine Stimme gibt, die Demokratie im Land fördert und für die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele kämpft.

 
Maxímo Beingolea Ochoa von Accíon Andina bei der Preisverleihung in Berlin (Foto: CARE/Stefan Trappe)

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