Liebe Freunde von Oscarcito,
die Nachrichten von Oscarcito, unserem Vorschulprojekt für die Slumkinder von Buenos Aires, sind auch in diesem Jahr wieder ausgesprochen erfreulich.
Am deutlichsten zeigt sich der Erfolg des Programms in seiner jetzt schon großen Verbreitung, obwohl es erst Ende dieses Jahres fertig gestellt sein wird. Ihr erinnert euch: bei Oscarcito geht es um die Erstellung eines Vorschulprogramms für Slumkinder, da es in Argentinien für diese Kinder weder ein Schulprogramm noch geeignete Schulmaterialien gibt und die ohnehin schlecht ausgebildeten Lehrer auf diese Schülergruppe gar nicht vorbereitet werden. Die gravierendsten Defizite dieser Kinder liegen in der mangelnden Entwicklung ihrer Sprache, was auch der Hauptgrund für ihr Schulversagen ist. Hauptziel von Oscarcito ist die Erstellung eines Programms, das geeignet ist, diese Sprachdefizite gezielt auszugleichen.
Entwicklung und Anwendung gehen Hand in Hand: Die vorläufig erstellten Programmteile werden in der praktischen Arbeit mit den Kindern erprobt, verbessert, wieder erprobt, bis die endgültige Version in den Druck gehen kann.
Begonnen hat Oscarcito 2004 mit 120 Kindern, jetzt befinden sich 450 Kinder in dem Programm. Über den gesamten Zeitraum haben in Buenos Aires bereits ca. 1100 Kinder daran teilgenommen. Und die Nachfrage von Kindergärten mit der Bitte, bei Oscarcito aufgenommen zu werden, reißt nicht ab. In Córdoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens, hat die erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität das Material übernommen, um bereits jetzt damit in den Kindergärten im Stadtrandbereich zu arbeiten. In einer anderen Provinz (das entspricht hier einem Bundesland), in Entrerios, soll Oscarcito in die offizielle Vorschulbildung aufgenommen werden. Mit dem Bildungsministerium der Provinz Buenos Aires sind unsere Freunde ebenfalls im Gespräch.
Die Universität Buenos Aires beforscht das Projekt begleitend (aus ihrem eigenen Etat!) und hat bei den Kindern eine erhebliche Verbesserung der Sprachkompetenz feststellen können. (Über die daraus resultierenden Schulerfolge hatte ich euch ja schon berichtet.) Einen besonders großen Effekt, so die Forschungsergebnisse, hat die Arbeit mit den Eltern. Das gemeinsame Lesen und Spielen nach Anleitung im Eltern-Kinder-Heft in der Familie hat bei allen Familienmitgliedern eine differenziertere Benutzung der Sprache bewirkt, was von den Kindern automatisch aufgenommen wird.
Unsere Freunde liegen mit ihrem bisherigen Arbeitsergebnis gut in der Zeit. Im letzten Jahr sind die letzten vier von zwölf Lesehefte für die Kinder fertig gestellt worden und die letzten vier von zwölf Heften für Eltern und Kinder, sowie ein Buch mit zusätzlichen Geschichten zum Vorlesen für die Lehrer.
Letzter und schwierigster Teil der Programmerstellung ist die Ausarbeitung einer differenzierten, theoretisch fundierten und praktisch erprobten Arbeitsanleitung für die Lehrer. Sinn dieses Buches ist es, die Lehrer zu befähigen, in Verbindung mit einer Fortbildung das Programm Oscarcito selbständig in den Kindergärten durchführen zu können. Dieser Arbeitsabschnitt läßt die Köpfe unserer Freunde am meisten rauchen und Ende dieses Jahres werden wir das Werk bewundern können.
Und auch mit den Finanzen liegen wir gut im Rennen. Von den
die wir unseren Freunden dank eurer Hilfe zusagen konnten, ist schon ein beruhigender Teil vorhanden.
Unsere argentinischen Freunde sagen euch ebenfalls ganz herzlichen Dank. Ana, die Leiterin des Projekts, geht im nächsten Jahr in Pension. Sie betont immer wieder, daß Oscarcito das größte, beste und wichtigste Projekt ist, das sie in ihrer gesamten Laufbahn durchgeführt hat. „Und das alles war nur deshalb möglich, weil ihr aus Deutschland uns finanziert habt“, wird sie nicht müde zu betonen.
Auf in die letzte Runde, es fehlen nur noch 17.000 Euro. Die werden wir doch schaffen!
Herzliche Grüße
Elke Rottgardt
Rottgardt für Oscarcito,
Kölner Bank
BLZ: 37160087
Konto: 411953025
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