Liebe Freunde von Oscarcito,
Anfang April bin ich wieder einmal von einer 10tägigen Reise nach Argentinien zurückgekommen, und ich möchte Euch über die neuesten Fortschritte in unserem Vorschulprojekt Oscarcito für die Slumkinder von Buenos Aires informieren.
Gerade als ich dort war, sind die ersten acht Hefte „En la casa de Oscarcito“ (Bei Oscarcito zu Hause) aus dem Druck gekommen, jedes Heft mit einer Auflage von 1000 Stück. Ihr werdet Euch vielleicht daran erinnern, daß ein wichtiger Teil des Vorschulprogramms die Zusammenarbeit mit den Eltern ist. Über die Hefte „En la casa de Oscarcito“ werden die Eltern angeleitet, zu Hause mit ihren Kindern zu lesen, zu spielen, zu basteln und zu erzählen. Einmal im Monat gibt es eine Zusammenkunft, bei der die Eltern lernen, die Hefte zu benutzen. Bevor sie jetzt endgültig in den Druck gingen, wurden sie über ein Jahr lang zusammen mit Eltern und Lehrern erprobt und verbessert. Es sind ansprechende kleine Hefte entstanden, die von allen gern angenommen werden.
Schon während der Erprobungsphase zeigte sich, daß nicht nur die Eltern gern in diese Hefte hineinsehen und sie benutzen, sondern auch die Großeltern und älteren Geschwister. So lernen nicht nur die Kleinen das Lesen und Schreiben, sondern die anderen Familienmitglieder frischen auch ihre darin meist mangelhaften Kenntnisse auf. In vielen Familien ist „En la casa de Oscarcito“ die einzige Lektüre.
Weitere Erfolge sind zu sehen
Ein weiterer Erfolg von Oscarcito zeigt sich darin, daß etliche Lehrer darum gebeten haben, mit ihren Gruppen an dem Programm teilnehmen zu können. Eine völlig unzureichende Ausbildung und das gänzliche Fehlen von brauchbaren Vorschulmaterialien bedeutet für sie, daß sie nicht in der Lage sind, mit den Kindern sinnvoll zu arbeiten. Dieser Mangel und die Begeisterung derer, die an dem Programm teilnehmen, hat bei vielen Lehrern und auch Eltern den Wunsch geweckt, ebenfalls mitzumachen. Jetzt befinden sich 230 Kinder im Oscarcitoprogramm, fast doppelt so viele wie zu Beginn.
Inzwischen sind schon einige Oscarcitokinder in die Schule gekommen und die ersten haben bereits ihr erstes Schuljahr hinter sich. Die Rückmeldung ist durchweg positiv. Alle haben bessere Schulerfolge als die Slumkinder, die nicht an dem Programm teilgenommen haben. Von den Müttern kommt die Rückmeldung, daß sie sich den Schullehrern gegenüber nicht mehr so unsicher fühlen und sie ihren Kindern eine bessere Hilfe sein können. Natürlich bringen die Kinder ganz stolz ihre Oscarcitohefte mit in die Schule und in vielen Fällen wurde das Material sogar auch dort mitbenutzt.
Ein anderer Erfolg liegt in der Anerkennung Oscarcitos von Institutionen im eigenen Land. Die private und in Argentinien hoch anerkannte Stiftung „Arcor“, die soziale Projekte unterstützt, hat sich bereit erklärt, die Druckkosten sämtlicher Bücher zu übernehmen.
Und auch wir können stolz sein über unsere Erfolge. Euch und uns ist es gelungen, daß wir unseren Freunden die erforderlichen 37.000 Euro für das Jahr 2006 zusichern können.
Horst und ich sagen Euch ganz herzlichen Dank dafür!
Im Sommer dieses Jahres werden wir die Halbzeit der Entwicklung von Oscarcito erreicht haben. Um Euch einen Überblick über die Restzeit des Gesamtprojekts zu geben, hier noch einige Daten:
- Ende 2008 wird die Programmentwicklung von Oscarcito abgeschlossen sein.
- Die geplante Erhöhung der Anzahl der teilnehmenden Gruppen ist bereits im Gange. Bei Abschluß werden ca. 1200 Kinder das Programm ganz oder teilweise durchlaufen haben.
- Bei Abschluß wird das Programm aus folgenden Teilen bestehen:
Lesematerial für die Kinder
Lesematerial für Eltern und Kinder
Materialien für Übungen
differenzierte Arbeitsanleitungen für die Lehrer
- Die Arbeitsanleitungen für die Lehrer sind so detailliert ausgearbeitet, daß das Programm von ihnen leicht angewendet werden kann. Damit ist die Voraussetzung für eine breite Anwendung gegeben.
- Die weiteren geschätzten Kosten liegen bei:
30.000 Euro für 2007
37.000 Euro für 2008
Packen wir es an!
Alle Mitarbeiter von Oscarcito lassen Euch grüßen, und sie bedanken sich ganz herzlich für Eure Unterstützung. Dem schließen wir uns an.
Herzliche Grüße
Elke Rottgardt
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