SUFFERING IN SILENCE: ZEHN VERGESSENE KRISEN 2017

Das Jahr 2017 war von zahlreichen humanitären Krisen geprägt: bewaffnete Konflikte, verheerende Naturkatastrophen, der Klimawandel, Hunger und Millionen von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Der Krieg in Syrien und die damit einhergehende Flüchtlingskrise gehen bald in das achte Jahr. Nach mehr als 1.000 Tagen Krieg im Jemen überschritt die Anzahl der an Cholera erkrankten Menschen die Millionenmarke. Die Welt erschauderte bei dem grauenvollen Anblick von verhungernden Kindern. Die stärkste atlantische Wirbelsturmsaison des letzten Jahrzehnts verwüstete die Karibik und die Südstaaten der USA. Fast eine Million Flüchtlinge aus Myanmar suchten Schutz und Sicherheit in überfüllten Camps in Bangladesch, nachdem katastrophale Gewalt in ihrem Heimatland ausgebrochen war. Im Jahr 2017 wurde die Welt erneut daran erinnert, dass Krisen viele Gesichter und unterschiedliche Ursachen haben können. Von Naturkatastrophen zu durch Menschen verursachte Krisen, über Konflikte zu Auswirkungen des Klimawandels und Vertreibung sowie Verfolgung. Was auch immer der Hintergrund oder die Ursache für viele dieser Krisen sein mag, sie haben eines gemeinsam: unvorstellbares Leid für Millionen von Frauen, Männern und Kindern.

Während die meisten dieser Krisen Schlagzeilen machten, gab es andere, die kaum in den Nachrichten vorkamen. Nur selten hörten wir vom Leid der Menschen in Teilen der Welt, die keine beliebten Touristenziele sind, eine geringe Relevanz für die globale Sicherheit haben oder schlichtweg zu schwer zu erreichen sind. Wenn über Krisen kaum berichtet wird, bedeutet das meistens auch, dass sie stark unterfinanziert sind. Die öffentliche Wahrnehmung und die Finanzierung humanitärer Hilfe sind eng miteinander verknüpft.

Daher stellt CARE den Bericht „Suffering in Silence" vor, um jene Krisen ins Rampenlicht zu rücken, die trotz ihrer gravierenden Auswirkungen sehr wenig Aufmerksamkeit erhielten. „Suffering in Silence“ ist ein Aufruf an die globale Gemeinschaft, Menschen, die kaum Aufmerksamkeit erhalten, zu helfen, für sie einzustehen und ihren Stimmen Gehör zu verleihen.

VIDEO: ZEHN VERGESSENE KRISEN

1. NORDKOREA

 

 

 

Obwohl Nordkorea (offiziell Demokratische Volksrepublik Korea) aufgrund nuklearer und politischer Spannungen in den Medien stark vertreten ist, ist nur wenig über die humanitäre Situation des Landes bekannt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 18 Millionen Menschen – 70 Prozent der Bevölkerung – unter Ernährungsunsicherheit leiden und auf Nahrungsmittelhilfe der Regierung angewiesen sind. Außerdem ist ein Fünftel der Nordkoreaner unterernährt.

2. ERITREA

 

 

 

Isoliert und abseits vom Medienradar macht Eritrea so gut wie nie große Schlagzeilen. Und wenn, dann handelt es sich meistens um Grenzkonflikte, Menschenrechtsverletzungen oder eritreische Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken. Dadurch, dass Eritrea weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten ist, haben Medien und Hilfsorganisationen kaum Zugang zu dem ostafrikanischen Land. Über 700.000 Menschen leiden unter Dürre, fehlender Nahrung und Wasserknappheit.

3. BURUNDI

 

 

 

Infolge der andauernden politischen Unruhen und Menschenrechtsprobleme geht die Krise in Burundi nun ins vierte Jahr. Mehr als 400.000 Menschen, die Hälfte davon Kinder, sind vor Gewalt und katastrophalen humanitären Bedingungen geflohen, um Schutz in den Nachbarländern zu suchen. Statistiken zeigen, dass über 2,6 Millionen Menschen – 27 Prozent der Gesamtbevölkerung – nicht wissen, wie sie ihre Familien ernähren sollen.

4. SUDAN

 

 

 

Nach über einem Jahrzehnt andauernder Konflikte, chronischer Armut und Klimaschocks kämpfen fast fünf Millionen Menschen im Sudan ums Überleben. Seit 13 Jahren ist die humanitäre Situation katastrophal, vor allem in der westlichen Provinz Darfur. Viele Familien sind von extremem Hunger betroffen. Mehr als zwei Millionen Kinder waren bis Ende 2017 akut unterernährt. Zudem leidet das Land regelmäßig unter Überschwemmungen und Dürren.

5. DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

 

 

 

Nach mehr als zwei Jahrzehnten der Gewalt ist der bewaffnete Konflikt alles, was die Kinder der Demokratischen Republik Kongo kennen. Der Anstieg von Gewalt und Spannungen innerhalb des ganzen Landes zwang im Jahr 2017 mehr als 1,7 Millionen Menschen dazu, aus ihrer Heimat zu fliehen; durchschnittlich 5.500 pro Tag.

CARE und weitere Hilfsorganisationen arbeiten intensiv daran, Hilfe an schwierig zu erreichende Orte zu bringen. Um eine sinnvolle Veränderung zu bewirken, müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Journalisten und Politiker, deren Stimmen von der Öffentlichkeit gehört werden, haben eine soziale und moralische Verantwortung, Krisen zur Sprache zu bringen, die ansonsten unbeachtet bleiben.

Lesen Sie hier den Report "Suffering in Silence" in voller Länge und finden Sie heraus, welche fünf weitere Krisen es in 2017 nicht in das Rampenlicht des öffentlichen Interesses geschafft haben.