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Niger: Hungerkrise weitet sich auf das ganze Land aus

Von: Thomas Schwarz

Foto des Tuaregführer in traditioneller Kleidung.
Mano Aghali / Foto: CARE

Aghali: „Die Hungerkrise in unserem Land ist nicht gelöst. Hilfe muss weitergehen.“ Jamann: CARE Deutschland-Luxemburg bittet weiter um Unterstützung.

„Die Hungerkrise in Niger ist nicht überwunden. Wir bitten weiterhin um Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.“ Das erklärte Tuaregführer Mano Aghali, der auch Mitglied des nigrischen sowie des panafrikanischen Parlamentes ist, bei einem Besuch in Bonn. Aghali, dessen Organisation HED Tamat im Norden Nigers in Zusammenarbeit mit CARE Deutschland-Luxemburg Hilfen für die von der Hungerkrise betroffene Bevölkerung organisiert, beschrieb die Situation in seinem Land als „nach wie vor problematisch.“

Aghali befindet sich derzeit auf einer Reise durch drei europäische Länder, in denen er über die Hungerkrise in Niger sowie insbesondere über die Situation im Norden des Landes berichtet. Nach Paris und Rom hält sich das Parlamentsmitglied nun in Bonn auf: „Die Hilfe, die ins Land kommt, erreicht den Norden des Landes oft zu spät. Das führt dazu, dass wir als Organisation viel weniger Nahrungsmittel verteilen können als notwendig wäre.“ Dies habe zur Folge, dass „zunächst Kinder, Frauen und Behinderte mit dem Nötigsten versorgt“ würden. Zudem sei die Verteilung „höchst ungerecht, weil die Mengen nicht einmal für die Allerbedürftigsten ausreichen.“ Die Krise, die der Süden des Landes gerade erlebt, „erreicht jetzt die Nordprovinzen“.

Aghali hob hervor, dass durch die Zusammenarbeit zwischen seiner Organisation HED Tamat und CARE Deutschland-Luxemburg bisher die schlimmsten Folgen der Krise abwendet werden konnten. In elf von fünfzehn Kommunen der Nordprovinz Agadez ist die Nichtregierungsorganisation HED Tamat aktiv. Zwischen HED Tamat und CARE besteht eine langjährige Partnerschaft, die langfristige Gemeinwesenentwicklung fördert und beispielsweise Brunnenbau, Getreidebanken sowie Gesundheitsversorgung umfasst.

Der Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg, Dr. Wolfgang Jamann, betonte, dass es sich bei der Hungerkrise in Niger „um ein strukturelles Problem Afrikas“ handele. 35 Millionen Menschen auf dem Kontinent befänden sich in einer „Mangelsituation und sind höchst anfällig für jede Form von Unsicherheit, seien es Dürren, Vertreibungen oder der Einfluss von HIV/Aids“.

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