Land/Region: Nepal/Distrikte Doti, Dadeldhura, Kailali
Kurzbeschreibung: Reduzierung der Auswirkungen von HIV und AIDS bei Migranten und ihren Familien, Stärkung des Gesundheitswesens
Lokale Parter: CARE Nepal + lokale Organisationen
Finanzierung: Europäische Kommission
Laufzeit: Januar 2008 – Dezember 2012
Aufgrund von extremer Armut, geringen Jobchancen und jahrelangem Bürgerkrieg verlassen viele junge Männer ihr Heimatland Nepal auf der Suche nach Arbeit. Ihr Hauptziel ist dabei das Nachbarland Indien, das die höchste AIDS-Rate in Südasien aufweist. Einmal in Indien angekommen, wissen viele Männer nicht, wie sie sich vor sexuellen Infektionen wie HIV schützen können. Die Ehefrauen zu Hause sind dieser Gefahr ebenfalls ausgesetzt: Kommen die Männer zurück, übertragen sie das Virus auf ihre Frauen. Die westliche Region Nepals hat aus diesem Grunde eine der am rasantesten wachsenden AIDS-Raten in Südasien. Da Frauen in der nepalesischen Gesellschaft eine niedrige Stellung einnehmen, haben sie auch keine Möglichkeit, mit ihren Männern über Verhütungsmethoden zu verhandeln. Stigma, Diskriminierung und Gewalt sind oftmals die Folgen. Darüber hinaus gibt es im Land nur wenige Beratungsstellen, an die sich HIV-infizierte Männer und Frauen wenden können, um psychologische Unterstützung und medizinische Hilfe zu erhalten.
CAREs Projekt hilft auf zwei Ebenen. Zum einen werden das Gesundheitswesen und Beratungsstellen lokaler Organisationen unterstützt. Diese erhalten Schulungen und Trainingsworkshops über AIDS und den Umgang mit HIV-Infizierten. Das Projekt unterstützt den Bau von zehn Beratungsstellen und –gruppen sowie die Produktion von Informationsmaterial und Aufklärungsbroschüren. Zum anderen informiert CARE, in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, sowohl die Wanderarbeiter als auch ihre Familien über die Gefahren einer Ansteckung mit HIV. CARE bildet freiwillige Helfer aus, die entlang der Routen nach Indien, in Poststationen, an Bushaltestellen sowie auch in den Privathaushalten, Wanderarbeiter und ihre Frauen über AIDS aufklären. Insgesamt 20.000 Migranten werden dadurch erreicht. Zusätzlich bietet CARE Schulungen für HIV-Infizierte und ihre Familien an, in denen sie lernen, wie sie trotz des Virus produktiv weiterleben, sich gesund ernähren und AIDS-Kranke zu Hause pflegen können. Sie erhalten zudem Informationen, wo es Beratungsstellen gibt und wie sie diese nutzen können. Workshops und Aufklärungskampagnen reduzieren Stigmata und Diskriminierung. Auch die Frauen werden in die Aktivitäten integriert: Sie lernen, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und erwerben sich somit mehr Rechte und Ansehen in der Gemeinschaft.

Dr. Christine Harth
harth[at]care.de
08.07.2009.
Der Autor und Publizist machte sich ein Bild von der schwierigen politischen Lage vor Ort und ruft gemeinsam mit CARE Deutschland-Luxemburg zu mehr Unterstützung für die im Elend lebenden ethnischen Minderheiten im Himalaja-Staat auf
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