Kurzbeschreibung: Friedensarbeit durch integrierte Armutsbekämpfung in abgelegenen ländlichen Regionen
Lokale Parter: Shanti Griha
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Laufzeit: Januar 2007 – Dezember 2009
Der Süden Nepals ist eine der fruchtbarsten Regionen des Landes. Dennoch leben in diesem Gebiet viele arme Familien, die entweder vor der Gewalt des jahrelangen Bürgerkriegs flüchten mussten oder aufgrund ihrer ethnischen Herkunft diskriminiert werden. Beispielsweise leben Mitglieder der ethnischen Gruppen der Chepangs und Tamangs in CAREs Projektgebiet. In ihren Dörfern gibt es keine Schulen und nur unzureichend ausgestattete Gesundheitszentren. Ihre Dörfer liegen fernab der Straßen, Städte und Märkte. Die Chepangs gehören zu den indigenen Bergvölkern Asiens, deren Kultur vom Aussterben bedroht ist. Im Bezirk Chitwan leben noch etwa 25.000 von ihnen, hauptsächlich von der Jagd und vom Sammeln des Wildhonigs. Auch die Tamangs leben isoliert und wurden Jahrhunderte lang ausgebeutet sowie sozial, politisch und wirtschaftlich marginalisiert. Sie und die Chepangs gehören heute zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen Nepals.
Das Projekt baut auf einem Vorgängerprojekt auf, das bereits während des nepalesischen Bürgerkriegs begann. Das Besondere daran: Die Dorfbewohner haben sich alle Projektmaßnahmen selbst ausgesucht. Männer, Frauen, Bauern, Handwerker und Jugendliche – sie alle entschieden gemeinsam, was das Projekt beinhalten soll und was am Dringendsten benötigt wird. Die Dorfgruppen setzen die Kleinprojekte selbst um und stärken somit ihre Selbsthilfekräfte. Zusammen mit der lokalen Organisation Shanti Griha bauen sie insgesamt sechs Trinkwassersysteme, um 1.075 Haushalte mit frischem Wasser zu versorgen. Dadurch werden Krankheiten wie Durchfall und Cholera reduziert. Auch vier Primärschulen setzen die Dorfbewohner instand, beziehungsweise bauen sie aus. Viele der Schulen sind baufällig und vom Einsturz bedroht, der Staat hat die Renovierung während des zehnjährigen Bürgerkriegs vernachlässigt. Durch den Bau verbessert sich die Lernsituation für 1.494 Schüler, vor allem da nun auch Toiletten und Zugang zu Trinkwasser vorhanden sind. Vier Bewässerungssysteme für 14 Bergdörfer erhöhen zudem die landwirtschaftliche Nutzfläche und steigern den Anbau von Feldfrüchten. So können die Bewohner ihre Ernährung sichern und die Palette der Anbaufrüchte erweitern. Sie bauen jetzt nicht nur Reis sondern auch Mais, Weizen, Kartoffeln und Gemüse an – und können den Überschuss verkaufen.
Ausbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Jugendliche sind ebenfalls Teil des Projekts. Der lange Bürgerkrieg hat die Jugendlichen traumatisiert, viele Kinder und junge Erwachsene wurden gezwungen, den Rebellengruppen beizutreten oder als Sex- und Haussklaven zu arbeiten. Heute sind sie meist arbeitslos oder arbeiten ohne Perspektive als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft. Fortbildungsmaßnahmen, technische Kurse und Jugendarbeit geben ihnen Ziele und Kompetenzen, um eine Arbeit zu finden. Seminare in Konfliktmanagement und Eigenverantwortung bauen Gewaltpotenzial ab und zeigen den Jugendlichen, wie sie ihre eigenen Fähigkeiten effektiv nutzen können.
Energie sparen im Himalaya
Mitarbeiter von Shanti Griha haben Solarlampen in mehreren Schulen installiert. Zusätzlich dazu wurden 15 Biogasanlagen in mehreren Dörfern aufgebaut, die aus biologischen Abfällen Energie herstellen. Damit können die Dorfbewohner Gasherde und Lampen betreiben. Der Vorteil: Mit den Gasherden entsteht kein Rauch beim Kochen, da kein Holz mehr verbrannt wird. So werden Wald und Gesundheit der Menschen geschont. Einige der Dorfbewohner haben in Schulungen gelernt, wie sie die Gasherde selbst herstellen können. Damit findet die Produktion in den Dörfern statt, die Haushalte können schnell und kostengünstig die neuen Gasherde erwerben.

Dr. Christine Harth
harth[at]care.de
15.10.2008.
Katastrophenvorsorge und Nothilfe in Nepal
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