Land/Region: Lesotho/Mohales’hoek und Mokhotlong
Kurzbeschreibung: Schulgärten für HIV/AIDS-betroffene Kinder und Jugendliche
Finanziert durch: Spenden CARE International Deutschland (Privatmittel RTL, CLAAS Tractor World Tour, WE CARE -Schulkampagne); CARE Norwegen
Lokaler Partner: CARE Lesotho
Laufzeit: 10/2005 - 04/2008
Lesotho, das von Südafrika vollständig umschlossene Königreich, hat eine der höchsten HIV-Raten weltweit. Fast jeder Vierte Erwachsene ist mit dem Virus infiziert. Täglich sterben 70 Menschen and den Folgen der tödlichen Krankheit. Die Konsequenzen sind nicht nur die persönlichen Verluste, sondern auch die Verluste von Arbeitskräften, von traditionellem Wissen und von der sozialen Struktur. Häufig müssen Kinder die Pflege ihrer Eltern übernehmen und für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen. Dadurch haben sie keine Zeit, die Schule zu besuchen und eine Ausbildung zu erlangen. Zusätzlich haben sie selten eine ausreichende Mahlzeit und sind dadurch häufig unterernährt.
Wie hilft CARE?
Mit dem Projekt „Ein Garten fürs Leben" legt CARE seit dem Jahr 2004 Gemüsegärten in Schulen an, die den Kindern eine regelmäßige Ernährung sichern. CARE-Mitarbeiter haben in den Distrikten Mohales’hoek und Mokhotlong die Lehrer und Schüler von 43 Schulen im Gartenbau und in der Gartenpflege unterrichtet und Gartenwerkzeug verteilt. 13.000 Quadratmeter Steppe wurden in fruchtbare Nutzfläche umgewandelt. Die Kinder, von denen viele mit dem HI-Virus infiziert oder deren Eltern an AIDS gestorben sind, lernen jedoch nicht nur nach Lehrplan, sondern bewirtschaften nach dem Unterricht die Felder. Dieses Wissen setzen sie dann auf ihren eigenen Anbauflächen um. Dadurch ist auch zu Hause die Ernährung für sie und ihre Geschwister versichert. CARE spricht nicht nur botanische, sondern auch gesundheitliche Themen wie HIV/AIDS, richtige Ernährung und Umweltschutz an.
Die Grundidee des Projektes ist es, eine nachhaltige Ernährungssicherung zu fördern. Die Kinder können durch regelmäßige, wöchentliche Mahlzeiten mit Zutaten aus den Gärten die Schule wieder besuchen, eine Ausbildung erlangen, ihre Gesundheit stärken – und damit den Kreislauf der Armut durchbrechen. Sowohl die gemeinsame Verantwortung aller Schüler für die Gärten als auch die neue Selbstständigkeit heben ihr Selbstwertgefühl. Sie merken, dass sie wieder in ein funktionierendes soziales Netz integriert sind. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist für diese Kinder und Jugendlichen besonders wichtig. Denn ihr normales soziales Umfeld, das früher aus ihren Familien und den Dorfgemeinschaften bestand und das ihnen Geborgenheit bot, ist nicht mehr intakt.
In Lesotho gibt es schon 43 durch CARE geförderte Schulgärten, von denen 8.000 Kinder und Jugendliche profitieren. CARE hilft mit Saatgut und Wasserversorgung. Damit die Kinder Wasserkanister nicht über lange Strecken hinweg zu den Gärten tragen müssen, hat CARE in Lesotho eine sparsame Methode der Bewässerung gewählt: die Tröpfchenbewässerung. Das Wasser fließt dabei tröpfchenweise durch ober- und unterirdisch verlegte Leitungen, je nach dem wie viel der Boden benötigt und aufnehmen kann. Das System wurde zum Wasser sparenden Einsatz in trockenen Ländern entwickelt.
Nachhaltiger Erfolg
Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern, fördert CARE den Aufbau eines Netzwerkes aus lokalen Organisationen, das sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen engagiert und das „Ein Garten fürs Leben"-Projekt nachhaltig unterstützen und tragen wird.

Dejan von Roman
vonroman[at]care.de
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