Land/Region: Kambodscha/Pailin
Kurzbeschreibung: Ernährungssicherung für die Bewohner Pailins
Lokaler Partner: CARE Kambodscha, Amt für Land- und Forstwirtschaft Pailin,
Landwirtschaftliches Forschungs- und Entwicklungsinstitut Kambodscha,
kambodschanisch-australisches Projekt zur landwirtschaftlichen Entwicklung
Finanzierung: Europäische Union
Laufzeit: Januar 2007 - Dezember 2009
Kambodscha gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. 1956 führte CARE dort sein erstes Projekt durch. Die Provinz Pailin liegt im Nordwesten Kambodschas, an der Grenze zum Nachbarland Thailand. Viele Jahrzehnte des Bürgerkrieges der Roten Khmer haben die Provinz politisch und wirtschaftlich isoliert, erst Mitte der 90er Jahre legten die letzten Guerillakämpfer ihre Waffen nieder. Doch auch nach zehn Jahren Frieden erinnern etwa drei Millionen Minen, die in der Provinz verstreut liegen, die Bewohner an die Zeit des Krieges.
Pailin ist auch heute noch eine der ärmsten Provinzen Kambodschas; es gibt weder asphaltierte Straßen noch einen ausreichenden Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem. Gleichzeitig zieht Pailin viele Kambodschaner an, die aufgrund von Dürren und Überschwemmungen ihre Heimat verlassen mussten und auf der Suche nach freiem Ackerland sind. Zwischen 1993 und 1998 verdoppelte sich die Bevölkerung der Provinz – der Bedarf an Anbauflächen stieg stark an. Doch nur ein kleiner Teil der Fläche kann bebaut werden, da noch immer etwa 60 Prozent des Bodens vermint sind.
Die Zerrüttung des südostasiatischen Landes traf vor allem die Landwirtschaft. Immer mehr Bauernfamilien sind verschuldet und leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele müssen ihr Land verkaufen, um kurzfristig an Geld für Nahrungsmittel zu kommen. Dies bedeutet den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Einem Großteil der Reisbauern mangelt es nahezu die Hälfte des Jahres an Nahrung für ihre Familien.
Hinzu kommen der schlechte Gesundheitszustand und die mangelnden Hygienebedingungen in vielen Dörfern - Leidtragende sind vor allem die Jüngsten und Schwächsten. CARE-Mitarbeiterin Melanie Körner zu Beginn des Projekts: "Die Kinder liefen barfuß über die matschigen Straßen, viele von ihnen hatten Bandwürmer, und in den brackigen Wasserstellen wimmelte es von Malariamücken."

Etwa 13.522 Menschen aus 26 Dörfern in Pailin werden durch die Projektaktivitäten gefördert. CARE integriert besonders die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft: Bauern, Landlose, Behinderte, kinderreiche Haushalte, alleinstehende Frauen. Da Gemeinderäte, lokale Partner und Dorfkomitees eigenständig Handlungsvorschläge und –pläne verfassen sowie bedürftige Haushalte identifizieren, stellt CARE die nachhaltige Unterstützung der Region sicher und sorgt für eine transparente Durchführung des Projekts.
Zur Finanzierung des Ernährungssicherungsprojekts muss CARE Deutschland-Luxemburg gut 100.000 € aus Spenden aufbringen. Bitte helfen Sie!
Sokunthy Heng aus Kambodscha arbeitete für zweieinhalb Monate in der Pressestelle von CARE Deutschland-Luxemburg. Die 23-Jährige Journalismusstudentin hat jeden Freitag in ihrem kambodschanischen Tagebuch über ihr Land geschrieben - über die Probleme mit denen das asiatische Königreich täglich zu kämpfen hat und die Herausforderungen, denen sich die Bewohner stellen müssen.
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