Land/Region: Kambodscha/Distrikt Takmou
Kurzbeschreibung: Einrichtung eines Hilfszentrums für Frauen, eines Jugendzentrums und Schulung von Polizisten und Helfern in Menschenrechts- und Gleichberechtigungsfragen
Lokale Partner: Lokale Nichtregierungsorganisationen „Social Services Cambodia“ und „Khmer Youth Association“, kambodschanische Behörden
Finanzierung: Europäische Kommission
Laufzeit: Dezember 2005 - November 2008
Gewalt gegen Frauen ist in Kambodscha weit verbreitet. Vorsichtigen Schätzungen zufolge wird in dem asiatischen Land jede fünfte Frau zum Opfer häuslicher Gewalt. Es häufen sich Fälle von Vergewaltigungen. Gleichzeitig wird diese Situation jedoch in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Dies gilt in der Regel auch für Polizisten, den Staatsapparat und junge Männer im Allgemeinen. Für die betroffenen Frauen gibt es kaum Hilfe: Weder haben sie Zugang zu medizinischer und psychologischer Betreuung, noch werden sie darin unterstützt, die Straftaten zur Anzeige zu bringen. Im ganzen Land gibt es kein einziges staatliches Hilfszentrum für weibliche Gewaltopfer. All dies liegt zu großen Teilen darin begründet, dass Frauen in Kambodscha nur eine schwache gesellschaftliche Stellung einnehmen.
Ein dreijähriges Projekt von CARE Deutschland-Luxemburg hilft auf verschiedenen Ebenen: In Zusammenarbeit mit lokalen Nichtregierungsorganisationen wird im Distrikt Takmou, nahe der Hauptstadt Phnom Penh, ein Rückzugsort für Frauen geschaffen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Hier stehen den Frauen 24 Stunden am Tag Ansprechpartner zur Verfügung, um umfassende medizinische und psychologische Unterstützung zu erhalten. Außerdem gibt es für sie kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten. Professionelle Helfer unterstützen die Frauen dabei, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und die Täter, falls gewünscht, zur Anzeige zu bringen.
Um die erfolgreiche Umsetzung des Projekts zu garantieren, arbeitet CARE eng mit den kambodschanischen Behörden zusammen. In speziellen Schulungen klärt CARE kambodschanische Polizeibeamte über Menschenrechte und die Folgen von sexueller Gewalt auf. Die Polizisten lernen, wie sie im Fall von Übergriffen gegen Frauen richtig reagieren und helfen können. Gleichzeitig werden 300 Helfer ausgebildet, die Jugendlichen in der Region die Problematik näher bringen sollen. Außerdem können sich Jugendliche in einem Jugendzentrum zu Themen wie Sexualität und HIV/AIDS informieren. Durch die Schärfung des Problembewusstseins wirkt CARE so dem konservativen Rollenbild entgegen und fördert ein besseres Verständnis der Menschenrechte. Zwanzig Prozent der Kambodschaner sind zwischen 15 und 24 Jahren alt. Ein gesellschaftliches Umdenken ist somit vor allem in dieser Generation von großer Bedeutung.

Sabine Dier
dier[at]care.de
16.10.2009.
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