Damit die Geburt nicht das Leben kostet

CARE kämpft weltweit für die Gesundheit von Mutter und Kind in der Schwangerschaft / Bis 2015 sollen 30 Millionen Mütter erreicht werden

Mali: Eine Mutter stillt ihr Kind. (Foto: CARE/Junge)
Mali: Eine Mutter stillt ihr Kind. (Foto: CARE/Junge)

Sie sind der Dreh- und Angelpunkt unser aller Existenz: unsere Mütter. Nicht umsonst steht der Begriff „mütterlich“ für jemanden, der sich sorgt, kümmert und da ist. Was wären wir ohne unsere Mütter?

Für hunderttausende Kinder weltweit ist diese rhetorische Frage eine traurige Realität: Denn sie haben ihre Mutter bei der Geburt oder während einer Schwangerschaft aufgrund von Komplikationen verloren. Diese Frauen sterben, weil sie Infektionen bekommen, die Geburt zu spät eingeleitet wird oder die Blutungen nicht gestoppt werden können.

Dazu bietet das Online-Dossier Informationen über die Gesundheitssituation von Müttern auf der ganzen Welt.

•    Bildergalerie:  Mütterwelten
•    CARE: Projekte zur Müttergesundheit
•    Haiti:  Ein Ort, um offen zu reden
•    Äthiopien:  Unter dem Regenschirm
•    Nicaragua:  Überlebt!
•    Im Interview:  Gynäkologe Prof.Wolfgang Künzel

Acht von zehn Müttern, die bei der Geburt sterben, könnten mit einfacher medizinischer Versorgung gerettet werden. (Foto: CARE/ Holt)
Acht von zehn Müttern, die bei der Geburt sterben, könnten mit einfacher medizinischer Versorgung gerettet werden. (Foto: CARE/ Holt)

Die harte Wirklichkeit für Mütter in Entwicklungsländern zeigt sich deutlich in den  Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO: In den Industrieländern liegt das Risiko, bei der Geburt zu sterben, bei eins zu 7.300. In Afrika sind es eins zu 22. Auch wenn die Frau nicht stirbt, trägt sie oft lebenslange Wunden oder Behinderungen davon. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung für die Familie, da Mütter oft den Großteil der Arbeiten in Haus und Feld übernehmen.

Wissen ist die beste Medizin

Fast alle Mütter könnten mit dem vorhandenen medizinischen Know-how gerettet werden. Dazu müssen die Frauen selbst wissen, wo sie Hilfe bekommen – und sie muss in unmittelbarer Nähe erreichbar sein. Die Schlüssel zur Rettung von Müttern sind also Bildung und Gesundheitsvorsorge. Frauen, die über Familienplanung und gesunde Schwangerschaften informiert sind, können sich, ihre Familie und ihr ungeborenes Kind besser schützen. Dazu kommt der Zugang zu medizinischer Versorgung. Gut ausgebildete Ärzte und Hebammen sind buchstäbliche Lebensretter. So wie  Jeanette, eine Ärztin in Nicaragua, die für Maria Antonia zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

In einem Gesundheitszentrum haben Frauen eine größere Chance, zu überleben, als wenn sie ihre Kinder zu Hause auf die Welt bringen. Diese Zentren müssen allerdings den Bedürfnissen der Frauen entsprechen, das Personal muss ihre Sprache sprechen und das Wichtigste: Sie müssen schnell erreichbar sein, wenn die Wehen einsetzen. Denn wenn die Schwangere noch stundenlang zu Fuß ins nächste Krankenhaus getragen werden muss, ist es oft zu spät. Das musste  Lorenzo aus Peru auf tragische Weise erfahren.

"Der Tod von Müttern und Neugeborenen kostet die Weltgemeinschaft 15 Milliarden US-Doller pro Jahr an verlorener Produktivität. Es gibt kein besseres Investment als das Überleben von Müttern zu sichern." (Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär, 2009)
"Der Tod von Müttern und Neugeborenen kostet die Weltgemeinschaft 15 Milliarden US-Doller pro Jahr an verlorener Produktivität. Es gibt kein besseres Investment als das Überleben von Müttern zu sichern." (Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär, 2009)

Die Zahlen sinken

Kürzlich gab es jedoch eine gute Nachricht von der Forschung. Im  britischen Medizinjournal The Lancet wurde eine Studie veröffentlicht, die große Fortschritte im Kampf gegen die Müttersterblichkeit nachweist. Während es 1980 noch fast 530.000 Todesfälle jährlich gab, sank die Zahl bis 2008 auf 343.000. Dennoch bleibt viel zu tun, um das fünfte Millenniums-Entwicklungsziel in den nächsten fünf Jahren zu erreichen. Bis 2015 soll die Zahl der Mütter, die bei der Geburt ums Leben kommen, um drei Viertel gegenüber dem Jahr 2000 gesenkt werden.

Unser Ziel: Bis 2015 30 Millionen Müttern helfen

CARE kämpft weltweit dafür, dass das Mutterwerden für Frauen nicht länger ein Lebensrisiko bedeutet. In neun Bundesstaaten Indiens führt CARE ein Zehn-Jahresprogramm zur Gesundheitsvorsorge durch. In Ostafrika konnten in vielen Gegenden die Todesfälle um 30 bis 50 Prozent gesenkt werden. In  Haiti errichtet CARE gemeinsam mit den Gemeinden in Léogâne und Carrefour Zentren für Frauen. So haben sie einen Ort, um sich zu informieren und Hilfe zu erhalten. Diese Erfolge machen Hoffnung darauf, dass der Kampf gegen die Müttersterblichkeit gemeinsam gewonnen werden kann.

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