Vor drei Jahren haben wir hier in Simbabwe eine sehr schlimme Dürre erlebt. Als im darauffolgenden Juli die nächste Erntesaison eingeläutet wurde, konnte ich keine weitere Nahrungsmittelknappheit mehr schultern. Ich habe beschlossen, mich mit meinen Freunden zusammen zusetzen und mit ihnen Lösungen zu überlegen, woher wir das Saatgut für die kommende Erntesaison nehmen könnten. Auf diesem Treffen im Spätsommer 2006 haben wir gemeinsam beschlossen, dass wir das Saatgut, was jeder von uns noch besaß, gemeinsam bewirtschaften werden und ich die Verantwortung für die Verwaltung übernehme. Das war die Geburtsstunde von unserem Verein, der heute eine Saatbank besitzt.
Ich heiße Ambuya Bandura Chamasi, lebe in Simbabwe und bin Mutter von zehn Kindern. Ich wohne mit zwei meiner Enkelkinder zusammen, weil ihre Eltern vor einiger Zeit gestorben sind. Nach unserer Ernte im Jahr 2007 haben wir beschlossen, ein wenig Saatgut aufzubewahren, um damit in der nächsten Saison die Verzweiflung und den Hunger zu vermeiden, die wir in den Jahren zuvor erlebt haben. So hätten wir auch in Dürrezeiten die Möglichkeit, eingelagertes Saatgut einzusetzen. Im gleichen Jahr haben wir eine Frau von CARE Simbabwe getroffen, der wir von unserem Vorhaben erzählt haben, Saatgut für die kommende Erntesaison zurückzulegen. Wir erfuhren, dass CARE Simbabwe Saatbank – Initiativen unterstützt. Wir haben von CARE Zement bekommen, damit wir ein Saathaus bauen konnten. Durch dieses Saathaus konnten wir unser Saatgut ohne Einbußen für das folgende Jahr speichern.
Außerdem hat uns CARE weitere Sorten wie Mais, Cowpea – Bohnen, Sonnenblumen und weiße Hirse gegeben, die wir jetzt anbauen. Seit diesem Jahr haben wir kontinuierlich kleine Beiträge geleistet, um unser Saatgut zu speichern. Zusätzlich haben wir gemeinsam Schädlingsbekämpfungsmittel gekauft, um unsere Ernte besser zu schützen.Die Saatbank hat unsere Lebensbedingungen deutlich verbessert, und ich bin sehr stolz darauf. Wir müssen uns nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, woher wir unsere Samen bekommen.
Unsere Saatbank, die wir Chamas getauft haben, ist ein beliebter Ort geworden. Und das nicht nur hier im 21. Bezirk in Simbabwe, sondern auch in anderen Bezirken. Es gibt viele andere Menschen, die nun auch eine Saatbank gründen wollen und wir tun unser bestes, um ihnen zu helfen. Im letzten Jahr haben wir es geschafft, soviel Saatgut zu produzieren, dass wir einen Teil davon verkauft haben und noch Geld übrig blieb. Von diesem Geld haben wir uns 15 Ziegen für unsere Mitglieder angeschafft, zusätzlich Bier gebraut und weitere sieben Ziegen gekauft. Inzwischen sind wir 25 Mitglieder. Vor kurzem haben wir einen sozialen Fond gegründet, in den wir überschüssige Gelder einzahlen. Dieser soziale Fond soll die Mitglieder in sozialen Angelegenheiten, beispielsweise bei gesundheitlichen Problemen oder auch Beerdigungen unterstützen.Unsere Idee mit der Einlagerung eines Teils der Saat wurde ein großer Erfolg. Die Saatbank hat uns dabei geholfen, unsere Lebensbedingungen nachhaltig zu verändern.