CARE-Dossier zum Welternährungstag

von Sabine Wilke und Kristina Janssens

Hunger!

Das Gefühl kennt jeder. Der Magen knurrt, die Konzentration schwindet und nichts geht mehr. Wer jetzt durch den Supermarkt läuft, kauft viel zu viel. Heißhunger, Gelüste, Hungerattacken – mit solchen schweren Worten beschreiben wir unseren Hunger.

Die gute Nachricht: Wir können ihn stillen. Meistens sogar ziemlich schnell, mit einem Gang in die Küche oder zur Tankstelle. In vielen Teilen der Welt sieht die Realität anders aus. Hungernde Menschen in Afrika – das ist ein Begriff, der viel gebraucht und zu selten hinterfragt wird. Wir haben uns an die Bilder von aufgeblähten Bäuchen und traurigen Gesichtern gewöhnt. Dabei ist Hunger nicht nur eine Krise, die ab und zu auftaucht. Wie etwa gerade in  Ostafrika, wo seit Monaten eine schwere Dürre herrscht. Hunger ist für Millionen von Menschen ein Dauerzustand. Sie wachen morgens mit einem leeren Magen auf und gehen abends hungrig schlafen. „Chronische Unterernährung“ nennt das die Wissenschaft. Noch unsichtbarer ist die sogenannte „Mangelernährung“. Die tritt auf, wenn man zwar etwas zu essen hat, aber nicht genügend Nährstoffe zu sich nimmt. In vielen Regionen der Welt können sich die Menschen nicht mehr als ein Grundnahrungsmittel leisten. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente? Fehlanzeige. Gerade Kinder betrifft ein solcher Mangel besonders schwer. 

Am 16. Oktober ist Welternährungstag. In diesem Jahr ist die Zahl der Menschen, die weltweit hungern, zum ersten Mal auf über eine Milliarde gestiegen. In Asien leiden in absoluten Zahlen die meisten Menschen unter Hunger: geschätzte 642 Millionen. In Afrika leben prozentual die meisten Hungernden: 32 Prozent der Bevölkerung - also fast jeder Dritte - hungert. Diese Zahlen sind so abstrakt, dass sie unsere Vorstellungskraft übersteigen. Das  Online-Dossier zum Welternährungstag blickt deshalb hinter die Statistiken und berichtet über Ernährung und Hunger weltweit.

 

Frau bei der Feldarbeit (Foto: CARE/Campbell)

Inhalte des Dossiers:

Was bedeutet Hunger genau und wie kann man ihn bekämpfen?  Das lesen Sie hier. Im  Interview erzählt Ralf Südhoff, der Leiter des Berliner Büros des World Food Programme (WFP) Erfolgsgeschichten im Kampf gegen den Hunger. Aus  Simbabwe erfahren Sie, wie eine Saatbank einer ganzen Gemeinde dabei helfen kann, den Hunger zu bekämpfen. Aus  Peru berichtet Maximo Beingolea Ochoa von der CARE-Partnerorganisation Accíon Andina, was der Klimawandel für die Nahrungsmittelversorgung im Andenhochland bedeutet. CARE-Projektreferentin Sabine Dier war Ende September in  Laos und hat dort Nang Duang kennengelernt. Sie baut neuerdings unterschiedliche Gemüsesorten an und kann so ihre Familie ausgewogener ernähren. Die  Fotogalerie zeigt schließlich den Helden der neuen Ausgabe des Magazins CARE affair: den Hungerbären. Beim Durchklicken erfährt man, welche Schwierigkeiten sich ihm in den Weg stellen, während er nach etwas zu Essen sucht.

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