Das Wörterbuch definiert ihn als einen Vorgang, in dem ein Zustand in einen anderen übergeht. „Wandel durch Annäherung“ hieß das Motto der deutschen Ostpolitik in den 1970er Jahren. „Wandelbar“ nennt man Menschen, die flexibel sind und sich ständig neu erfinden
Im Falle des Klimawandels täuscht die positive Assoziation. Denn dieser Wandel bedeutet zwar den Übergang in einen neuen Zustand, aber der ist keinesfalls besser. Die Auswirkungen der Erderwärmung sind heute schon zu spüren und können in den kommenden Jahrzehnten dramatische Folgen für die gesamte Menschheit haben. Ganze Ökosysteme sind davon bedroht, dass die Temperaturen ansteigen. Gletscher schmelzen, der
Meeresspiegel steigt, der Regen bleibt aus oder kommt in Massen.
Wirbelstürme werden stärker.
Die Folgen treffen vor allem diejenigen, die am wenigsten für die Ursachen verantwortlich sind. CARE muss seit einigen Jahren beobachten, dass die Entwicklungsländer schon heute mit den Folgen der Erderwärmung zu kämpfen haben. Die Ärmsten sind besonders abhängig von ihrer Umwelt, um Nahrungsmittel anzubauen und eine sichere Unterkunft zu haben. Wenn sich das Ökosystem wandelt, betrifft das die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. In den Küstengebieten Südostasiens führen häufigere Regenfälle und Wirbelstürme zu Überflutungen. So werden Häuser zerstört und wertvolles Ackerland versalzen. In einigen Teilen Ostafrikas sind die Dürrezyklen immer stärker und häufiger. Trink- und Nutzwasser wird knapp, weite Gebiete könnten in naher Zukunft nicht mehr bewohnbar sein. In einer
Studie untersuchten CARE und die UN-Universität die Folgen des Klimawandels für verschiedene Regionen in Asien, Lateinamerika und Afrika. Das Ergebnis: In naher Zukunft werden immer mehr Menschen dazu gezwungen werden, ihren Lebensraum zu verlassen. Ob man sie „Klimamigranten“ oder „Klimaflüchtlinge“ nennt, die Konsequenzen sind gleich: Sie werden Unterstützung brauchen, um sich anderswo ein neues Leben aufzubauen.

Der Ausstoß von
Treibhausgasen muss weltweit schnell und andauernd gesenkt werden, um die Wende zu schaffen. Denn seit der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert gelangen von Jahr zu Jahr mehr Kohlenstoff, Methan und andere Treibhausgase in die Atmosphäre. Und mit dem wachsenden Wohlstand in Schwellenländern wie China und Brasilien nehmen auch der Verkehr, die industrielle Produktion und der Energiebedarf zu. Das geht auf Kosten des Klimas. Wissenschaftlern zufolge müssen bis 2050 die jährlichen Pro-Kopf-Emissionen an
CO2 auf unter eine Tonne sinken - das wären 80 bis 95 Prozent weniger, als zurzeit in den Industrieländern ausgestoßen wird. Wir müssen also unseren Lebenswandel ändern.
Dass der Klimawandel so schnell wie möglich gebremst werden muss, ist nach jahrelangen Diskussionen in der Forschung und Politik mittlerweile weitesgehend Konsens. Aber wie und von wem – darüber streiten sich die Verantwortlichen noch. Der Klimagipfel in Kopenhagen ist deshalb so wichtig, weil es hier um die Zukunft der internationalen Klimapolitik geht. 2012 läuft das
Kyoto-Protokoll aus. Und es ist noch nicht klar, wie die Staatengemeinschaft den Klimaschutz darüber hinaus organisieren will. CARE und andere Hilfsorganisationen fordern eine gerechte Lastenverteilung. Entwicklungsländer müssen finanziell und technisch dabei unterstützt werden, sich an die veränderten Klimabedingungen anzupassen.