Klimawandel von A bis Z
Adaptation/Anpassung: Die Auswirkungen des Klimawandels können schon heute in vielen Teilen der Welt beobachtet werden. Und auch sofortiger strikter Klimaschutz wird eine weitere Erderwärmung vollkommen ausschließen. Darum müssen besonders gefährdete Teile der Weltbevölkerung dabei unterstützt werden, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen (engl.: to adapt). Die Formen dieser Anpassung sind so verschieden wie die Folgen des Klimawandels. In Gebieten, die vermehrt mit Überschwemmungen rechnen müssen, können zum Beispiel die Häuser auf Stelzen gebaut werden. In Gebieten mit häufigeren Dürren müssen Bauern besser angepasste Pflanzen zur Verfügung gestellt bekommen und im Umgang mit diesen Pflanzen unterrichtet werden. Für diese Maßnahmen werden nach Schätzungen der Weltbank zwischen 2010 und 2015 mindestens 75 Milliarden Dollar in den Entwicklungsländern benötigt.
Anstieg des Meeresspiegels: Die steigende Temperatur der Erde führt dazu, dass große Eisflächen abschmelzen. Dazu zählen die Gletscher der Alpen und im Himalaya, aber besonders die enormen Eisflächen am Nord- und Südpol. Das freiwerdende Wasser sammelt sich in den Weltmeeren und lässt diese Ansteigen. Der IPCC rechnet bis 2050 mit einem Anstieg bis zu 59 Zentimeter. Andere Forscher gehen von deutlich höheren Werten aus. Die Auswirkungen sind katastrophal. Allein in Ägypten müssten bei einem Anstieg von 50 Zentimetern 12 Millionen Menschen umgesiedelt werden.
CO2 („Kohlenstoffdioxid“) entsteht bei der Verbrennung von organischen Rohstoffen (Holz, Erdöl, Kohle) und ist Hauptverursacher des derzeitigen Klimawandels. Seit der Industrialisierung stoßen die Menschen bei der Herstellung von Waren und im Verkehr große Mengen dieses Stoffes in die Atmosphäre aus. Dort sorgt das CO2 dafür, dass die Wärmestrahlung der Erde nicht in den Weltraum entweichen kann, sondern wieder zurückgeworfen wird. CO2 wirkt also wie die Glaswand eines Treibhauses. Deshalb wird es auch als Treibhausgas bezeichnet.
Neben CO2 gibt es noch andere Treibhausgase (z.B. Methan), die sich stärker oder schwächer als CO2 auf die Klimaerwärmung auswirken. Damit man nicht ständig durcheinander kommt, hat man sich aber darauf geeinigt, alle Emissionen in CO2-Werte umzurechnen.
Dürre: Wenn in einem bestimmten Gebiet über einen längeren Zeitraum weniger Niederschlag fällt, als benötigt wird, so bezeichnet man das als Dürre. Durch den Klimawandel nimmt die Häufigkeit von Dürren in vielen Regionen der Welt zu. Besonders betroffen ist Afrika, wo viele Menschen zu arm sind, um auf diese Katastrophen reagieren zu können. Die Folge sind oft Hungersnöte, da in diesen Regionen dann nicht mehr genug Nahrungsmittel produziert werden können.
Emissionshandel: Alle Länder, die im Kyoto-Protokoll einer Verringerung ihrer Emissionen zugestimmt haben, erhalten eine bestimmte Menge an erlaubten CO2 Emissionen. Diese Verschmutzungsrechte können sie entweder umsonst an die CO2-Produzenten (z.B. Kraftwerke) weitergeben, oder an den Meistbietenden versteigern. Wenn ein Land oder eine Firma nicht alle Verschmutzungsrechte verbraucht, kann es den Rest auch an andere Firmen oder Länder verkaufen. So soll ein weltweiter Markt für CO2-Emissionen entstehen. Insgesamt erhofft man sich davon eine Verringerung des CO2 Ausstoßes.
Fossile Brennstoffe: Wenn tote Pflanzen und Tiere über mehrere Millionen Jahre unter hohem Druck im Erdboden verbleiben, so bilden sich durch chemische Prozesse fossile Brennstoffe wie Erdgas, Braun- oder Steinkohle und Erdöl. Hauptbestandteil ist in jedem Fall Kohlenstoff. Fossile Brennstoffe eignen sich gut zur Energiegewinnung und decken heute 90 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Bei ihrer Verbrennung wird aber auch das Treibhausgas CO2 freigesetzt, wodurch der Klimawandel beschleunigt wird.
Gletscherschmelze: Durch die globale Erderwärmung nehmen weltweit die meisten Gletscher (zum Beispiel in den Alpen, den Anden oder auf Grönland) an Masse ab. Jedes Jahr schmilzt also mehr Eis von ihnen ab, als durch Schneefall hinzukommt. Dies hat für die Menschen zwei Konsequenzen: Zum einen stehen diese Gletscher bald nicht mehr als Trinkwasserquelle zur Verfügung, zum anderen lässt das Schmelzwasser den Meeresspiegel steigen.
Intergovernmental Panel on Climate Change = Weltklimarat: ist ein internationales Expertengremium unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Das IPCC legt regelmäßig Berichte vor, zuletzt den dritten Bericht von 2007. In diesem wird festgestellt, dass der Klimawandel bereits begonnen hat und zu einer Erwärmung der Erde um 1,4 bis 5,8°C und einem Anstieg des Meeresspiegels um ca. 10-90 cm bis zum Jahr 2100 führen wird. Das IPCC weist aber gleichzeitig in seinem Bericht darauf hin, dass der Mensch einen erheblichen Einfluss auf die Schwere und die Auswirkungen des Klimawandels hat.
Klimarahmenkonvention: wurde auf dem Klimagipfel 1992 in Rio de Janeiro ausgehandelt und seitdem von 186 Staaten unterzeichnet. Seit 1994 ist sie in Kraft und damit das erste internationale Abkommen zum Klimawandel, das die internationale Gemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Sie bildet den Rahmen für alle nachfolgenden Verhandlungen.
Kyoto-Protokoll: Dieses Protokoll wurde 1997 von der 3. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention angenommen. Im Rahmen dieses Protokolls wurden von den Industrienationen Verpflichtungen eingegangen. Im Schnitt wollen die Vertragsstaaten ihre Emissionen bis 2012 um 5 Prozent gegenüber 1990 senken. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen wollen sich die teilnehmenden Staaten nun auf Emissionsgrenzen für den Zeitraum bis 2020 und 2050 einigen. Dies wird nötig, da das Kyoto-Protokoll nur bis 2012 gültig ist.
ppm 350 (Parts Per Million – „Teile einer Million“): ppm wird als Maßeinheit für den Anteil von CO2 in der Atmosphäre verwendet. Zurzeit beträgt dieser ca. 385 ppm. Von einer Millionen Molekülen in der Atmosphäre sind also im Durchschnitt 385 CO2. Zum Vergleich: Bis zur Industrialisierung betrug der Anteil von CO2 ca. 275 ppm. Um die negativen Folgen des Klimawandels auf ein erträgliches Maß einzuschränken, ist nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Verringerung des CO2 Anteils von 385 ppm auf 350 ppm nötig. Dieses Ziel zu erreichen wird schwierig, ist aber keineswegs unmöglich.
Treibhausgase sind Gase, die die Wärmestrahlung der Erde zurück zur Oberfläche werfen, bevor sie in den Weltraum entweichen kann. Sie sind prinzipiell nicht schädlich, sondern sorgen dafür, dass auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von 15°C herrscht. Seit der Industrialisierung werden aber immer mehr Treibhausgase (vor allem CO2) ausgestoßen. Sie führen zu einem überproportionalen Temperaturanstieg, der wiederum die Verschiebung der Klimazonen, den Anstieg des Meeresspiegels und eine Zunahme von Stürmen zur Folge hat.
Tropische Wirbelstürme
werden je nach Region als Hurrikan, Taifun oder Zyklon bezeichnet. Sie entstehen in den tropischen Regionen der Ozeane, wenn die Wassertemperatur im Sommer besonders hoch ist. Dann verdunsten dort große Mengen Wasser. Die Wassermoleküle beginnen sich aufgrund der Rotation der Erde um einen gemeinsamen Punkt – das „Auge“ des Wirbelsturms – zu drehen. In diesem Auge bleibt es vollkommen windstill. Darum herum können aber extreme Windgeschwindigkeiten von über 350 km/h erreicht werden. Durch tropische Wirbelstürme kommt es zu Sturmfluten, Wellen bis zu 20 Metern und extremen Niederschlägen. Da sich die Oberflächentemperatur der Meere durch den Klimawandel erhöht, rechnen Forscher in Zukunft je nach Region mit mehr und stärkeren Wirbelstürmen.
Quellen: Bundeszentrale für Politische Bildung, Bundesministerium für Umwelt, 350.org