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"Do no harm"

Wo verfeindete Gruppen im Konflikt sind, läuft humanitäre Hilfe Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten. Die Erfahrung zeigt: Während sie Leiden lindert und Leben rettet, trägt sie nicht selten zur Fortsetzung oder gar Verschlimmerung des Konflikts bei, der sie überhaupt erst notwendig gemacht hat. Daraus zu schließen, es sei besser, gar nicht erst Hilfe anzubieten, wäre zynisch und moralisch nicht haltbar. Ein Teufelskreis?

In Anerkennung der Gratwanderung, die humanitäre Hilfe in Konfliktsituationen zu bewältigen hat, entstand „Do No Harm“. 1994 von einer Reihe internationaler Hilfsorganisationen, Vertretern der Gebergemeinschaft und UN-Organisationen, unter der Federführung von Mary B. Anderson, ins Leben gerufen, widmet sich das Projekt der einen zentralen Frage: Wie lässt sich humanitäre Hilfe in Konfliktsituationen so gestalten, dass sie den Konflikt nicht unterhält oder gar verschlimmert, sondern die betroffenen Menschen darin ermutigt, sich vom Kampf zurückzuziehen und den Boden für eine friedliche Lösung zu bereiten?

Foto: CARE/Josh Estey

Verhalten hat Symbolkraft

Der Schlüssel liegt im Verhalten der Helfer vor Ort. Dieses hat Symbolkraft, die Sprengstoff in sich trägt. So signalisiert, wer in der Behandlung einheimischer und internationaler Mitarbeiter einen Unterschied macht, dass es wertvollere und weniger wertvolle Menschen gibt. Und: Wer bewaffnete Wächter engagiert, um Hilfsgüter oder Mitarbeiter zu schützen, muss sich im Klaren sein über die Botschaft, die er hiermit sendet: dass Herr über Nahrung und Sicherheit ist, wer die Waffengewalt hat.

Internationale Hilfsorganisationen tragen demnach gerade in Konfliktsituationen große Verantwortung. Im „Do No Harm“- Projekt wurde die Erfahrung von weit über 100 humanitären Organisationen in Krisen- und Kriegsregionen gesammelt. Ergebnis sind ein Handbuch, ständig aktualisierte Trainingsprogramme zum Verhalten vor Ort und regelmäßige Analyseworkshops. CARE gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Projektes und nimmt bis heute eine aktive Rolle ein.

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Kontakt

Bild von Axel Rottländer.

Frédéric Haupert
 haupert[at]care.lu 

 
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