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24.02.11

Afghanistan: Mädchenbildung ist gefährdet

Frédéric Haupert

CARE, OXFAM und andere Hilfsorganisationen fordern mehr Investitionen in Bildung

Berlin/Luxemburg, 23. Februar 2011. Eine der wenigen echten Erfolgsgeschichten in Afghanistan droht zu scheitern – so das Ergebnis der am 24. Februar veröffentlichten Studie „High Stakes – Girls’ Education in Afghanistan“ von OXFAM, CARE und weiteren 14 humanitären Organisationen. Der Befragung von 1.600 Schülerinnen, Eltern und Lehrern in Afghanistan zufolge gefährden unter anderem Armut, frühe oder erzwungene Heirat sowie die schwierige Sicherheitslage die bisherigen Erfolge in der Mädchenbildung. Die Herausgeber fordern die internationale Gemeinschaft und die afghanische Regierung auf, mehr in die Bildung von Mädchen zu investieren.

"Afghanische Mädchen dürsten nach Bildung - knapp zwei Drittel der befragten Mädchen würden gern zur Universität gehen. Sie haben jedoch kaum realistische Chancen dazu ", sagt Robert Lindner, Berater für Humanitäre Hilfe bei Oxfam Deutschland. „Erstmals seit zehn Jahren droht in Afghanistan der Ausbau der Mädchenbildung zu stagnieren. So würde ein riesiges Potenzial für die friedliche Entwicklung des Landes verspielt", so Lindner.

Der luxemburgische CARE-Direktor Fréderic Haupert erläutert, dass die Organisationen vor Ort „nach anfänglich sehr ermutigenden Fortschritten, nun an einem kritischen Punkt angekommen sind.“ In einer Phase, in der die Studie eindeutig die derzeitigen Grenzen in der Bildungsarbeit für Mädchen aufzeigt, dürften die Schulprogramme nicht kurzfristigen politischen oder lokalen Interessen zum Opfer fallen. „Ein Schulangebot in entlegenen Dörfern, qualifizierte, weibliche Lehrkräfte und mehr Sicherheit für die Mädchenschulen, das sind die großen Herausforderungen, die man nur durch eine systematische Investition in die Bildungsstrukturen und eine weitreichende Integration der jeweiligen Gemeinden in die Entscheidungsfindung bewältigen kann“, so Haupert.

In umkämpften Landesteilen schicken viele Eltern ihre Töchter nicht mehr zur Schule. Oxfam und CARE fordern, dass im Zuge der geplanten Übergabe der Sicherheitsverantwortung durch die NATO-Staaten an die afghanische Regierung das Recht auf Bildung für Mädchen und Frauen dauerhaft, wie in der Verfassung vorgeschrieben, garantiert wird.

Lesen Sie hier die Studie „High Stakes – Girls’ Education in Afghanistan“

> deutsche Zusammenfassung der Studie

Weitere Informationen auf unserer Homepage:
> Online-Dossier Afghanistan: Alles, aber nicht hilflos
> Thematische Publikationen zu Afghanistan
> CARE Affair #3 beschäftigt sich mit dem Thema Lernen und Bildung

 

Für Rückfragen steht Ihnen unsere Pressestelle zur Verfügung:


Luxemburg:

Frédéric Haupert
Direktor, CARE in Luxemburg
Tel:       +352 26203060 
Mob:     +35621490942
Mail:      haupert[at]care.lu

Afghanistan (auf Englisch):

Louise Hancock
Tel:    +93 (0) 700 294 364,
Mail:   louise.hancock[at]oxfamnovib.nl

Deutschland:
 

Mirjam Hägele
Pressesprecherin Oxfam Deutschland e.V.
Tel:       +49 30 / 45 30 69 50
Mail:      mhaegele[at]oxfam.de


CARE engagiert sich mit rund 12.000 meist lokalen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in 70 Ländern für die Überwindung von Armut, Hunger und Krankheit. CARE blickt auf 65 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und hilft unabhängig von politischer Anschauung, religiösem Bekenntnis oder ethnischer Herkunft. Für seine sorgfältige Verwendung von Spendengeldern trägt CARE Deutschland-Luxemburg das DZI-Spendensiegel und wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC)mit dem ersten Platz des Transparenzpreises 2008 ausgezeichnet.



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