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05.03.10

Weltfrauentag: Schluss mit "bösen Geistern"

Frédéric Haupert

CARE fordert besseren Schutz für Frauen nach Naturkatastrophen / Frauen sind Rückgrat der Nothilfe

"A string on your finger" - CARE-Kampagne zum Weltfrauentag, mehr Informationen unter www.care.ca  (Foto: CARE/Wilke)

"A string on your finger" - CARE-Kampagne zum Weltfrauentag, mehr Informationen unter www.care.ca (Foto: CARE/Wilke)

Luxemburg, 5. März 2010. Gerade nach Katastrophen brauchen Frauen Hilfe, die ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung trägt. Darauf macht die internationale Hilfsorganisation CARE im Vorfeld des Frauentages aufmerksam.

„Naturkatastrophen treffen Frauen gleich doppelt: Sie verlieren oft nicht nur ihren Besitz und ihre Familie, sondern sind Vergewaltigungen oder brutalen Überfällen schutzlos ausgeliefert“, so Frédéric Haupert, Direktor von CARE in Luxemburg a.s.b.l.. „Besonders dramatisch ist die Lage für schwangere Frauen und stillende Mütter“, erklärt Haupert. Allein nach dem Beben in Haiti wären 37.000 schwangere Frauen auf Hilfe angewiesen gewesen. „10.000 von ihnen mussten in den Tagen nach dem Beben ihr Kind unter schwierigsten Bedingungen auf die Welt bringen.“

Der Schutz von Frauen werde laut Haupert bei der Nothilfe nach Naturkatastrophen oft vernachlässigt. „Dabei müssen alle Maßnahmen, sei es die Lebensmittelverteilung oder der Bau von Notunterkünften eines gewährleisten: Frauen zu schützen und ihnen Sicherheit zu geben“, sagt Haupert.

Nach Katastrophen wie dem Beben in Haiti bedarf es vertrauenswürdiger Anlaufstellen, in denen Frauen medizinische und psychologische Hilfe erhalten und Anzeige erstatten können. „In der haitianischen Hauptstadt übernachten viele Frauen im Freien, hinter aufgespannten Bettlaken oder unter Plastikplanen. So sind sie Übergriffen schutzlos ausgeliefert. Die Frauen nennen die Männer ‚böse Geister, die nachts durch die Lager ziehen’“, so Haupert weiter.

Gleichzeitig sind Frauen das Rückgrat der humanitären Hilfe von CARE. „Indem wir unsere Hilfsgüter fast ausschließlich an Frauen ausgeben, können wir sicherstellen, dass die Verteilungen sicher und geordnet ablaufen“, berichtet Haupert. Vor allem könne man damit gwährleisten, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Familien.

Die humanitäre Hilfe von CARE konzentriert sich in besonderem Maße auf die Bedürfnisse von Frauen. In Haiti, wo CARE bisher 260.000 Menschen mit Nothilfe versorgt hat, baut die Hilfsorganisation geschützte Notunterkünfte sowie separate Latrinen und Waschgelegenheiten für Frauen. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen versorgt CARE vergewaltigte Frauen mit Medikamenten zu Sofortbehandlung. CARE verteilt Mütter-Kits und arbeitet mit professionellen Geburtshelfern und Helferinnen zusammen, um den Schwangeren in Port-au-Prince zu helfen.

„Doch was für Haiti gilt, muss auch für zukünftige Naturkatastrophen gelten. Wir müssen schnell helfen, aber wir dürfen die Sicherheit der Frauen dabei nicht außer Acht lassen“, fordert Haupert.

Kontakt:

Frédéric Haupert
Direktor
CARE in Luxemburg
Tel: 26203060
Mob: 621490942
Email: haupert[at]care.lu



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