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12.07.10

Haiti: Aufstehen aus den Ruinen

Sabine Wilke

Sechs Monate nach dem Erdbeben stehen Unterkünfte, psychosoziale Betreuung und Arbeitsprogramme im Fokus der Hilfsmaßnahmen

Wöchentlich baut CARE rund 30 solcher Übergangsunterkünfte für vom Erdbeben betroffene Familien (Foto: CARE/Filion)

Wöchentlich baut CARE rund 30 solcher Übergangsunterkünfte für vom Erdbeben betroffene Familien (Foto: CARE/Filion)

Es ist genau sechs Monate her, dass dieser kurze Moment ein ganzes Land erschütterte: Ein Erdbeben traf am 12. Januar den Karibikstaat Haiti und brachte Tod und Zerstörung. Über 220.000 Menschen starben, rund 310.000 wurden zum Teil schwer verletzt.

Am schlimmsten traf es die Haupstadt Port-au-Prince und die benachbarte Gemeinde Léogâne. CARE leistete unmittelbar nach dem Erdbeben Soforthilfe und hat sein Team inzwischen von 133 auf 380 Mitarbeiter erweitert. Nachdem das Ausmaß der Schäden erfasst worden war, entwickelten die Experten von CARE eine Fünfjahresstrategie für Nothilfe und Wiederaufbau. Dabei liegt der Fokus auf ganzheitlicher Hilfe: CARE engagiert sich nicht nur in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten, sondern auch in anderen Provinzen. Damit das gesamte Land eine Chance auf einen Neuanfang hat.

Wasser, Nahrung, Obdach - CARE-Nothilfe in Zahlen

Plastikplanen für 14.902 Familien*
Zelte für 2.155 Familien
Decken für 44.826 Familien
Reis (Säcke à 50 Kilogramm) für 12.951 Familien
Küchensets für 10.408 Familien
Matratzen für 20.641 Familien
Hygiene-Kits für 35.419 Familien
Plastikeimer zur Wasseraufbewahrung für 14.167 Familien

*Eine Familie zählt durchschnittlich fünf Personen

Um werdende und junge Mütter zu unterstützen, verteilte CARE darüber hinaus 1.066 Neugeborenen- und 838 Geburtspakete, die unter anderem sterile Handschuhe, Babykleidung, Puder und andere Gebrauchsgegenstände enthalten. Über 106.000 Menschen können nun hygienische Latrinen nutzen und 44.550 Menschen bekommen sauberes Wasser, das mit Trinklastwagen angeliefert wird. Hygieneschulungen helfen den Menschen dabei, sich auch unter den schwierigen Umständen vor Krankheiten und Seuchen zu schützen.

Wiederaufbau – Unterkünfte, psychosoziale Betreuung, Cash for Work

Seit Juni errichten die CARE-Teams im Wochentakt 25 bis 30 Übergangshäuser für Familien, die durch das Erdbeben alles verloren haben. Bis Ende des Jahres sollen 2.000 dieser Häuser gebaut werden. Sie bestehen aus einem Holzrahmen und einer Metalldecke, sind erdbeben- und wirbelsturmsicher, halten mindestens drei Jahre und die Materialien können wiederverwendet werden. Die Unterkünfte sind so konzipiert, dass Familien sie mit Hilfe von zwei CARE-Zimmermännern und drei Familienmitgliedern innerhalb von zwei Tagen aufbauen können. Allerdings ist das Ausmaß der Zerstörung so enorm, dass nicht alle Menschen unmittelbar eine solche Übergangsunterkunft erhalten können. Deshalb verteilt CARE auch Werkzeuge und Materialien, mit denen beschädigte Häuser repariert werden können. Insgesamt 20.000 solcher Reparaturpakete werden an Familien ausgeteilt.  

In Léogâne bietet CARE Kindern und ihren Eltern ein Programm zur Traumabewältigung an. Eltern und Lehrer werden darin geschult, mit den Kindern die traumatischen Erfahrungen zu besprechen und spielerisch zu überwinden. Spielpakete mit Bällen, Stiften und anderem Spielzeug helfen dabei gerade denjenigen Kindern, die noch nicht wieder zur Schule gehen können. Aber auch die wiedereröffneten Schulen werden unterstützt, den Alltag wieder herzustellen. Die Gebäude werden instand gesetzt, Schulmaterial verteilt und die Lehrer darin bestärkt, traumatisierte Kinder zu erkennen und gezielt zu unterstützen.

Cash for Work-Programme wie hier bei der Instandsetzung einer Bergstraße geben Menschen Arbeit und helfen beim Wiederaufbau (Foto: CARE/Filion)Sogenannte Cash for Work-Programme sind einer der effektivsten Wege, um den Menschen ein Stück Selbstbestimmung zurückzugeben. In ländlichen Gebieten reinigen die Menschen Wasserkanäle, Straßen und Felder und erhalten dafür einen Lohn. Davon können sie dann ihre Familie mit dem Nötigsten versorgen. Bis heute haben über 1.880 Menschen an diesem Programm teilgenommen.

 


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