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10.01.12

Haiti: Eltern kämpfen für die Schule ihrer Kinder

Mildrède Béliard

CARE baute in Haiti 78 Schulen wieder auf, eine davon ist die ASPAM Schule.

Schüler an einem Trinkbrunnen an der ASPAM Schule in Léogâne. (Foto: CARE/ Béliard)

Schüler an einem Trinkbrunnen an der ASPAM Schule in Léogâne. (Foto: CARE/ Béliard)

Der Gemeinschaftszusammenhalt in Mellier, Léogane hat eine lange Tradition. Während der Duvalier-Diktatur gründete eine Gruppe von Eltern 1987 den Elternverband “Association of Parents of Mellier“ (ASPAM). Ihr Ziel: die Schulausbildung ihrer Kinder gewährleisten zu können. Bald darauf eröffneten sie eine Vor- und Grundschule, die das Kürzel des Elternvereins im Namen trägt: ASPAM Schule. 

Aber dann bebete die Erde am 12. Januar 2010 und zerstörte nicht nur die ASPAM Grund- und Vorschule sondern auch die Häuser der Schüler. Experten schätzen, dass in Léogâne etwa 80 bis 90 Prozent der Gebäude zerstört wurden.  

Obwohl in der unmGinette Louis Jean ist Schuldirektorin der ASPAM Vorschule. (Foto: CARE/ Beliard)ittelbaren Zeit nach dem Erdbeben das tägliche Überleben mehr als nur eine Herausforderung war, begannen Eltern die Schule für ihre Kinder wiederaufzubauen.  

“CARE hat uns von Anfang an unterstützt“, sagt Ginette Louis Jean, Schuldirektorin der ASPAM Schule. „CARE hat uns Schul-Sets für Lehrer und Schüler bereitgestellt und Klassenzimmer eingerichtet.“ 

CARE hat seit dem Erdbeben 78 Schulen, davon 20 in Léogâne, wiederaufgebaut. An der ASPAM Schule in Léogâne stellte CARE Tafeln, Bänke und Spielsachen zur Verfügung, baute Latrinen und Handwaschstationen, ein Wasserreinigungssystem und hielt regelmäßige Gesundheitskurse ab. Außerdem bezahlt CARE einen Hausmeister, der regelmäßig die Toiletten reinigt und überprüft, dass die Wasserstationen mit gechlortem Wasser gefüllt sind.  

Mit CARE macht Schule glücklich

Die Arbeit von CARE mit den Schulen beschränkt sich nicht auf einen Lehrplan. Nach dem Unterricht lernen Kinder wie man Handtaschen aus weggeworfenen Zigarettenpackungen und Flaschenaufklebern macht. Die Kinder verkaufen die Taschen auf dem lokalen Markt. Das Programm soll Mädchen und Jungen am Nachmittag eine Beschäftigung geben, mit der sie Geld verdienen können, wenn sie mit der Schule fertig sind. Obwohl an den Kursen sowohl Mädchen als auch Jungen teilnehmen, ist ein wesentlicher Bestandteil des Programms, dass Mädchen alternative EinkommensmöglichkBasteln am Nachmittag mit CARE. (Foto: CARE/ Beliard)eiten haben, damit sie nicht in die Prostitution abrutschen.  

CARE bietet auch psychosoziale Beratung an der Schule an, damit Schüler ihre schweren, traumatischen Erlebnisse verarbeiten können. „So haben wir gelernt, dass wir nicht nur unser Häuser wiederaufbauen müssen, sondern auch unsere Seele“, erklärt Ginette. Nach einigen, selbstverständlich sehr schwierigen Monaten, sind die 250 Schüler, davon 138 Mädchen und 112 Jungen, viel glücklicher, so Ginette. 

ASPAM: „Wir geben nicht auf!“

Trotz der großen Herausforderungen, vor denen ASPAM seit dem Erdbeben steht, ist die Schule noch stärker geworden. Über 80 Prozent der Schüler haben Haitis Abschlussprüfungen bestanden. Außerdem hat der Elternverein Land gekauft, um eine weiterführende Schule zu bauen.  

„Hoffentlich kann CARE uns helfen, die Schule zu erweitern“, sagt Lesly Jean-Baptiste, Vorsitzender von ASPAM. „Aber selbst wenn dieses Projekt nicht zustande kommen sollte, hat CARE uns stark gemacht. Ich bin sicher, dass wir einen Weg finden werden.“ 



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